260.000 Besucher sahen Emscherkunst 2016

Pressemitteilung vom 16. September 2016

Dortmund/Metropole Ruhr, 16. September 2016. Nach fast 100 Tagen schließt am Wochenende die internationale Ausstellung Emscherkunst 2016. Gut 260.000 Besucher sahen die Schau zeitgenössischer Positionen der Kunst in Natur und Stadt entlang des Flusses Emscher. Das Motto „Entdecke die Kunst – erlebe die Veränderung“ wurde durch Kunstareale wie den Phoenix See oder ein riesiges Hochwasserrückhaltebecken in Dortmund eingelöst. So ist Emscherkunst 2016 ein herausragendes Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet.

Bereits zum dritten Mal nach 2010 und 2013 fand vom 4. Juni bis 18. September 2016 die internationale Ausstellung Emscherkunst 2016 mitten im Herzen der Metropole Ruhr statt. Ein 50 Kilometer langer Kunstparcours – am besten mit dem Fahrrad zu erleben – zog sich von Holzwickede und Dortmund über Castrop-Rauxel bis nach Recklinghausen und Herne. Nach knapp 100 Ausstellungstagen zogen Kuratorenteam und die Veranstalter Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr eine positive Bilanz: Gut 260.000 Besucher folgten dem Motto „Entdecke die Kunst – erlebe die Veränderung“ und begaben sich auf Tour durch sieben Kunstareale.

Kurator Prof. Florian Matzner: „Das diesjährige Ausstellungsareal im östlichen Emschertal hat den Blick des Publikums ebenso in die Vergangenheit der noch nicht renaturierten Emscher im Recklinghäuser Gebiet gelenkt wie auch den Blick in die Zukunft gerichtet mit bereits renaturierten und ökologisch nachhaltig gestalteten Bereichen. So ist gerade diese aktuelle Emscherkunst ein herausragendes Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet.“

Die vorläufige Auswertung der Besucherbefragung zeigt: mehr als 60 Prozent waren dabei mit dem eigenen Fahrrad unterwegs – zusätzlich konnten an den vier Besucherzentren auch Räder gemietet werden. Eindeutig bevorzugt von über 60 Prozent der Befragten wurde der Einstieg in die Kunstroute über den Emscherquellhof und die anschließende Befahrung in westliche Richtung, über Dortmund/Castrop-Rauxel nach Recklinghausen.

Dr. Simone Timmerhaus, Co-Kuratorin und Leiterin des Ausstellungbüros Emscherkunst resümiert: „Wir zeigen keine gefällige Kunst, die Landschaft nur illustriert. Die von uns ausgewählten Künstlerinnen und Künstler haben mit ihren Arbeiten Interpretationen geschaffen und sind eine Einladung zur Diskussion mit dem Publikum. Werke wie der venezianische Chiosco am Phoenix See lassen die Besucher über ihre Heimat und den damit verbundenen Strukturwandel nachdenken und miteinander ins Gespräch kommen!“

Wie breit die Emscherkunst in der Bevölkerung bereits verankert ist, zeigt auch das Engagement der beteiligten Kommunen und die rege Beteiligung durch assoziierte Emscherkunst-Projekte, wie etwa des Vestischen Künstlerbundes Recklinghausen oder des Dortmunder Kulturbüros.

Katja Aßmann, Co-Kuratorin und Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr: „Die Emscherkunst 2016 ist aus unserer Sicht ein voller Erfolg, da sie es geschafft hat, die Menschen vor Ort für die Kunst zu begeistern. Eine der großen Aufgaben, denen sich Urbane Künste Ruhr verschrieben hat. Die Künstlerinnen und Künstler der Emscherkunst haben mit ihren Werken direkt in den Alltag der Menschen hineingewirkt, poetische, kritische und humorvolle Kommentare zur Transformation des Emschertals hinterlassen und auf ganz unterschiedliche Art Einladungen ausgesprochen, den Wandel der Region mitzugestalten.“

 Breites Veranstaltungsprogramm rund um Ökologie, Klima- und Strukturwandel

Ca. 7.500 Besucher nahmen außerdem an einer der über 30 Veranstaltungen der Emscherkunst teil. Zahlreiche Formate, teils bewährte wie „Künstler-vor-Ort“, teils neue wie das „Emscherkunst.Trio“, brachten dem Publikum nicht nur die Künstler an ihren Kunstwerken nahe, sondern auch die eng mit dem Emscherkunst-Konzept verknüpften Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit. Die vorläufige Auswertung der Besucherbefragung zeigt, das bei mehr als 75 Prozent der Befragten die Ausstellung mit dem Thema Emscher-Umbau verbunden wird, es folgen die Themen „Kunst im öffentlichen Raum“ (gut 64 Prozent) und „Ökologie und Natur“ (53 Prozent). Über 40 Prozent der Befragten kennen und nutzten das Veranstaltungsprogramm. Eine Fortsetzung der Kunst-Triennale Emscherkunst befürworten 97 Prozent.

Kunstscouts und geführte Touren kamen gut an

Positive Bewertungen bekamen erneut die von der TU Dortmund unter Prof. Klaus-Peter Busse ausgebildeten 80 Kunstscouts: Sowohl bei starken Regenfällen zu Ausstellungsbeginn wie auch bei brütender Hitze ab Mitte August standen sie – gut erkennbar an den orangenen Shirts ­– an einem Großteil der Kunstwerke für das Publikum bereit, um Hintergründe zu Künstler, Kunstwerk und dem Konzept der Emscherkunst zu vermitteln. Ihre Freundlichkeit und Kompetenz nannten besonders viele der Befragten. Sehr gut angenommen wurden auch die neu angebotenen geführten Touren von meineheimat.ruhr. Im Angebot waren 14 verschiedene Touren zur Emscherkunst – nahezu 2/3 der Teilnehmer kam aus der Region. Mehr als 100 Gästetouren in knapp 100 Ausstellungstagen wurden von dem fünfzehnköpfigen Gästeführerteam durchgeführt.

Kaum Vandalismus

Ebenfalls erfreulich zu vermerken ist, dass es kaum Fälle von Vandalismus an den Kunstwerken gab: lediglich einige Graffiti-Tags bei Reiner M. Matysiks cloud machine am Phoenix See und entwendete Stahlgitter der Treppe bei raumlabors Zur kleinen Weile erforderten kurzfristig kleine Instandsetzungen.

Finalwochenende

Am Finalwochenende erwartet die Besucher ein buntes Programm an Veranstaltungen in allen sieben Kunstarealen. Sicherlich ein Geheimtipp: Den Schlusspunkt setzt ein Gottesdienst am Sonntag, 18. September 2016 um 18 Uhr bei raumlabors Skulptur Zur kleinen Weile. Der verwunschene Ort direkt an der Emscher in Dortmund-Dorstfeld – eine an ein riesiges Kohlestück anmutende Skulptur – birgt einen goldenen, begehbaren Innenraum mit besonderem Klangerlebnis.