Künstler & Projekte
Künstler: Observatorium
Projekt: Warten auf den Fluss
Worauf warten wir?
Für Emscherkunst 2010 baut die Künstlergruppe Observatorium aus Rotterdam(NL) die Skulptur Warten auf den Fluss, eine 38 Meter lange, überdachte Brücke, die darauf wartet, dass die versprochene Blaue Emscher unten durch gegraben wird.
Die heutige Emscher, ein kleiner Fluss, der im vergangenen Industriezeitalter zu einem offenen Abwasserkanal umgebaut wurde, wird gerade re-naturiert. Bis das neue Emschertal im Jahr 2020 da ist, dient die Brücke dem produktiven Warten. Warten auf den Fluss ist ein gebauter Vorschlag in der gelobten Landschaft an der Stelle des geplanten Flusslaufes.
Die 'schlafende' Brücke ruht in einer Wiese inmitten der Industrienatur. Auf ihr finden sich Räume zum Warten, Waschen, Essen, Trinken und Schlafen. Hier können Gäste für sich in Erfahrung bringen, was ein versprochener Fluss verheißt und worauf sie warten. Ihre Aufenthalte und Erkenntnisse werden dokumentiert und teilweise in den Pavillons präsentiert.
Observatorium stellt die Brücke Gruppen von 2-8 Personen zur Verfügung, die sich in einer öffentlichen Skulptur in der abzuschaffenden Landschaft 24 Stunden zurückziehen wollen und die akzeptieren, dass sie dabei zeitweise von Publikum beobachtet werden. Die Grenze zwischen privat und öffentlich verläuft quer durch die Skulptur, oder: das Private ist Bestandteil des Öffentlichen.
Die Gäste und die Tagesbesucher der Emscherkunst-Ausstellung müssen sich den Ort und die Brücke teilen und ihr Warten aufeinander abstimmen, wie an allen Orten dieser Welt wo gewartet wird. Die Brücke in Zickzackform und ihre Pavillons sind tagsüber von 10-19 Uhr im Rahmen der Ausstellung geöffnet.
Das Ruhrgebiet hat unendlich viel Zukunft - unendlich viele Versprechen, Hoffnungen, Erwartungen und Warnungen sind ausgesprochen worden. Paradoxerweise ist die größte Wandlung des Ruhrgebiets die Chance, die man der ursprünglichen Landschaft gibt. Und die Emscher ist das Leitmotiv: IBA-Emscher, Neue Emscher, Emscher Landschaftspark, Blaue Emscher, Emscher-Zukunft und seit kurzem: Emscherkunst. Es gibt so viel, worauf die Region wartet, dass man sich mit dem Harren besser anfreundet. Gönnt das Ruhrgebiet sich Orte und Zeiten des Wartens? Leben wir in einer Zeit, die es gilt zu überbrücken?
Programm
29. Mai
Eröffnung Emscherkunst.2010
5. Juni
Buchpräsentation und Künstlergespräch
Observatorium-Big Pieces of Time; 010 Publishers, Rotterdam
Symposium Kultur durch Wandel
Was bedeutet Warten für den Menschen, eine Landschaft, ihre Gestalter und in verschiedenen Kulturen? In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Florian Matzner, dem Niederländischen Konsulat, interessanten Gästen und professionell Wartenden
3., 4. und 5. September
Abschlussfest Wandel durch Kultur
Welchen Beitrag hat diese Brücke für die zukünftige Emscher geleistet? Hat das Warten jetzt ein Ende? Wie ist es den Wartenden ergangen?
In Zusammenarbeit mit den Anwohnern der angrenzenden Stadtteile Karnap und Altenessen, dem niederländischen Designer Jurgen Bey, und der Emschergenossenschaft
www.observatoriumrotterdam.blogspot.com

- Foto: Roman Mensing







