Bienen kehren aus dem Winterquartier auf den Emscherquellhof zurück

Pressemitteilung vom 13. März 2017

Holzwickede, 13. März 2017. Seit dem vergangenen Wochenende summt und brummt es wieder auf dem Emscherquellhof in Holzwickede. Sieben Bienenvölker kehrten am Samstag, 11. März 2017, in die neugestalteten Bienenkisten der zweiteiligen Installation „The Insect Societies (part 1)“ des schwedischen Künstlers Henrik Håkansson zurück.

Im Rahmen der Emscherkunst 2016 waren die beiden weißlackierten, über drei Meter hohen Kuben hinter dem Quellhof im vergangenen Mai aufgestellt worden. Die wie Schubkisten in die beiden Skulpturen einzuführenden Holzkisten bieten sowohl Wildbienen als auch Honigbienen Unterschlupf und Nistmöglichkeit bzw. fungieren als Bienenstock. Die Tischlerei der Emschergenossenschaft hatte in den Wintermonaten alle Bienenkisten völlig neu gearbeitet und mit extra breiten Belüftungsschlitzen für die optimale Luftzufuhr versehen.

Zweite „Bienensaison“ auf dem Emscherquellhof

Die Imker Rita Breker-Krämer und Siegfried Rinke vom Imkerverein Dortmund-Kurl und der Wildbienenexperte Volker Fockenberg aus Bottrop-Kirchhellen nutzten die frühlingshaften Temperaturen, um gemeinsam mit Mitarbeitern der Emschergenossenschaft sowohl die Bienenvölker aus ihrem Winterlager in die neuen Bienenkisten zu bringen als auch den Bestand der Wildbienen zu überprüfen. Überwintert hatten die sieben Honigbienenvölker im Garten der Imkerin Rita Breker-Krämer, in ihren Kisten durch eine Plane geschützt vor Feuchtigkeit und Wind. Jetzt steht die zweite „Bienensaison“ auf dem Quellhof an. „Ich denke, dass wir Ende Mai, Anfang Juni zum ersten Mal Honig schleudern können. Aber auch Scheibenhonig – also Honig, der sich noch innerhalb der verdeckelten, brutfreien Wabe befindet – werden wir wieder herstellen.“

Die skulpturale Installation „The Insect Societies (part 1)“ von Henrik Håkansson bezieht sich auf die gefährdete Situation der Insektenvölker weltweit und die daraus folgende Bedrohung für unser Ökosystem. Wie überdimensionale Bienenhäuser bieten sie Bienen und Wildbienen, aber auch anderen Insekten Unterschlupf; das umgebende Wildblumenfeld liefert Nahrung. Die Bienen fühlen sich in ihrem neuen, „alten“ Zuhause sichtlich wohl und einige von ihnen nutzen direkt diesen ersten schönen Flugtag …

 Hintergrund zur Ausstellung Emscherkunst 2016:

Seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 begleitet die internationale Ausstellung Emscherkunst als Triennale eines der größten Renaturierungsprojekte Europas – den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Seit 1992 plant und setzt der öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsverband Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden.

Bei ihrer Erstauflage 2010 war die Emscherkunst mit 200.000 BesucherInnen das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets – drei Jahre später waren es bereits 255.000 Menschen, die von hochkarätiger Kunst an die Ufer und den urbanen Raum entlang der Emscher gelockt wurden.

Die dritte Emscherkunst-Ausstellung im Sommer 2016 brachte mehr als 260.000 Menschen zu den temporären Werken des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, des Niederländers Erik van Lieshout oder des Schweizers Roman Signer. Ein Teil der Kunstwerke bleibt als Landmarken der Region erhalten, wie etwa Tobias Rehbergers berühmte Brücke „Slinky Springs to Fame“ in Oberhausen.

Als Veranstalter der Ausstellung Emscherkunst kooperieren Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr. In Fortführung des Kulturhauptstadtgedankens RUHR.2010 „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ fördert das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen die Ausstellung Emscherkunst als eines der besonders nachhaltigen Kulturprojekte. Von den Vereinten Nationen wurde die Emscherkunst für ihr Engagement bei der Vermittlung des Nachhaltigkeitsgedankens ausgezeichnet und als „Beitrag zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgewählt.