Die Künstlerin Nevin Aladağ kommt nach Dortmund

Pressemitteilung vom 6. September 2016

Dortmund, 6. September 2016. Die in Berlin lebende Künstlerin Nevin Aladağ kommt gleich zu zwei Veranstaltungen nach Dortmund. Am Freitagabend, 9. September 2016, spricht sie im Dortmunder Kunstverein mit deren Leiterin Oriane Durand und Publikum über ihre Arbeit. Am Samstag, 10. September, ist die gelernte Bildhauerin dann zum Künstler-vor-Ort-Gespräch: Ihre skulpturale Intervention „Wellenbrecher“ aus 60 Tetrapoden ist Teil der Emscherkunst 2016 und findet sich im Ausstellungsareal Hochwasserrückhaltebecken an der Stadtgrenze Dortmund/Castrop-Rauxel. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Das künstlerische Schaffen von Nevin Aladaǧ lässt sich nicht auf ein Medium reduzieren. Die gelernte Bildhauerin findet ihren Ausdruck u.a. im Video, der Performance und der Installation. Der öffentliche Raum ist Ort für zahlreiche Interventionen der Künstlerin: Im Rahmen der Emscherkunst zeichnet Aladaǧ am Hochwasserrückhaltebecken Dortmund/Castrop-Rauxel die Spuren der um 1960 vermeintlich auf dem Berg Ararat entdeckten Arche Noah nach. Nicht immer sind die Eingriffe, die die Künstlerin vornimmt, so monumental. Beim Glockenspiel am Wolfsburger Rathaus lässt Aladaǧ in diesem Sommer Hits wie „Smoke on the Water“ erklingen. Der medialen Diversität steht das Interesse an wiederkehrenden Fragen nach Herkunft und Identität entgegen.

Im Gespräch mit der Leiterin des Dortmunder Kunstvereins, Oriane Durand, gibt Aladaǧ am kommenden Freitagabend, 9. September 2016, ab 19 Uhr Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen und spricht über ihre Arbeit für die Emscherkunst 2016: Ort: Dortmunder Kunstverein, Park der Partnerstädte, 44137 Dortmund. Ab 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Künstler-vor-Ort heißt die Reihe der Emscherkunst 2016, bei der die Kunstschaffenden direkt an ihrem Werk ins Gespräch mit dem Publikum gehen: Am Samstag, 10. September 2016, ist das um 14 Uhr möglich: Nevin Aladağ diskutiert mit Besuchern direkt am „Wellenbrecher“ über ihre Arbeit. Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel statt, bitte an entsprechende Kleidung denken. Ort: Hochwasserrückhaltebecken Dortmund-Mengede/Castrop-Rauxel-Ickern. Anfahrt: Die Anreise mit dem Fahrrad an das Hochwasserrückhaltebecken wird empfohlen. ÖPNV: Ab Dortmund Mengede Bf mit dem Bus 482 (Richtung Castrop Schwerin Seniorenheim). Aussteigen an Haltestelle: Stadtgrenze CAS/DO. Von hier aus ca. 10 Minuten zum Hochwasserrückhaltebecken laufen. Anreise PKW: Ein ausgeschilderter Parkplatz befindet sich 300 Meter südlich der Strünkeder Straße 248, 44359 Dortmund. Ein kleiner Weg von der Strünkeder Straße führt zum Parkplatz (Ausschilderung beachten). Vom Parkplatz aus sind es ca. 15 Minuten zu Fuß zu den Kunstwerken.

Hintergrund zu „Wellenbrecher“:

Nevin Aladağ zeichnet mit ihrer raumgreifenden Installation „Wellenbrecher“ den metaphorischen Abdruck der Arche Noah im Gelände des Hochwasserrückhaltebeckens nach. Dabei orientiert sie sich an dem vermeintlichen Abdruck der Arche, welcher Anfang der 1960er Jahre bei der Überfliegung des Berges Ararat in der östlichen Türkei entdeckt wurde. Die großformatigen Betonblocksteine finden üblicherweise im Küstenschutz oder bei der Sicherung von Ufern ihren Einsatz. Damit bezieht sich Aladağ konkret auf den Ort und seine Schutzfunktion – so bieten die Becken im Falle eines Starkregenereignisses den unterhalb liegenden Städten wie Castrop-Rauxel Schutz vor Überschwemmung. Zugleich verweisen die „Wellenbrecher“ auf die alttestamentarische Arche Noah – Sinnbild der Hoffnung auf einen Neubeginn nach der Katastrophe.

Der beste Blick auf „Wellenbrecher“ bietet sich den Besuchern vom Turm des Drosselbauwerkes am Hochwasserrückhaltebecken. Dieser macht eine eindrucksvolle Aussicht  auf diesen neuentstandenen Landschaftsraum und „Wellenbrecher“ möglich. Außerdem ist die großformatige Arbeit entlang der geöffneten Betriebswege der Emschergenossenschaft auch begehbar (zwischen 10 und 18 Uhr, montags geschlossen).