Ein Jahr im Zeichen der Kunst

 

Zur Emscherkunst 2016 hat das Ausstellungsbüro zum ersten Mal die Gelegenheit erhalten, im Rahmen der Vorbereitungen auf die im Sommer stattfindende Ausstellung einen Ausbildungsplatz in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Bereich Kultur anzubieten. Seit Herbst letzten Jahres haben wir das große Glück,  durch unsere FSJ-lerin Lisa von Rössing tatkräftig unterstützt zu werden. Wie Lisa von Rössing ihre Zeit bei der Emscherkunst erlebt, erzählt sie hier.

 

Seit September 2015 bin ich Freiwillige bei der Emscherkunst – also eine Praktikantin? fragen Viele. Noch für ein halbes Jahr mache ich ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (FSJ Kultur) bei der Emscherkunst – einer Kunsttriennale im öffentlichen Raum entlang der Ufer der Emscher.

Das Emscherhaus in Essen, Foto: Archiv EGLV.

Das Emscherhaus in Essen, Foto: Archiv EGLV.

Gemeinsam setzen Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr die Ausstellung und ihre rund 25 Kunstprojekte in Stadt und Natur entlang der Kunstroute um. Mein FSJ absolviere ich bei der Emschergenossenschaft in der Abteilung „Veranstaltungen und Vermittlungsprojekte“, in der auch das Ausstellungsbüro der Emscherkunst angesiedelt ist. Mein Arbeitsplatz befindet sich im schönen Emscherhaus der Emschergenossenschaft in Essen.

Das FSJ Kultur gibt jungen Menschen die Möglichkeit, für ein Jahr Vollzeit in Kulturinstitutionen Erfahrung zu sammeln, und gleichzeitig werden wir in Seminaren auch persönlich weitergebildet. Das ‘Ausstellungsbüro Emscherkunst‘ hat mich gleich interessiert, als mir die Stelle vorgeschlagen wurde, und das tolle Team hat mich beim Bewerbungsgespräch noch mehr überzeugt.

Und was mache ich nun bei der Emscherkunst?

Ich habe die besondere Möglichkeit, in die verschiedensten Bereiche reinzuschnuppern – Projektmanagement, Logistik, Marketing, es kommt immer auf den Tag an. Die Aufgaben und Projekte, die zu einer so großen Ausstellung dazugehören, sind vielfältiger, als ich es mir vorgestellt habe. Ich habe einen Fotografen begleitet, der den Ausstellungsbereich fotografierte – da wird dann mal ein bisschen am Phoenix See in der Sonne gestanden, oder bei Frost und beißendem Wind durch hohe Wiesen gestapft.

Häufig live dabei: Beim Aufbau der Kunst

 

Ein Highlight war es kürzlich, live beim Aufbau des Kunstwerkes Wellenbrecher von Nevin Aladag dabei zu sein. Vor Ort ist alles gut gelaufen und ich durfte dabei die sympathische Künstlerin selbst kennenlernen und ihr bei der Arbeit – der Positionierung der mehrteiligen Skulptur auf dem Gelände des Hochwasserrückhaltebeckens – über die Schulter schauen. Für das partizipative Projekt Spirits of the Emscher Valley von Lucy + Jorge Orta durfte ich außerdem zwischen Künstlern und Workshopteilnehmern dolmetschen. Hier kommt mir zugute, dass ich vor meinem FSJ einige Zeit in Australien verbracht habe. Manchmal übersetze ich Beiträge auf der Emscherkunst-Website, dann wieder muss ein dicker Ordner mit Daten eines alten Kunstwerkes eingescannt werden, oder wir suchen die beste Radroute für die Ausstellung heraus – erst mit Satellitenbildern und dann auf dem Fahrrad. Manchmal gibt es bergeweise Papier zu bewältigen, aber dafür habe ich auch beim Flyerkistenverteilen sehr viel vom Ruhrgebiet gesehen. Ohnehin konnte ich durch die Emscherkunst deutlich mehr über das Ruhrgebiet und seine Geschichte lernen – vor allem natürlich über die Emscher.

Auf Erkundungstour in der Emscherregion


Alle Fotos: Rupert Oberhäuser.

 

Die Arbeit ist ein angenehmer Mix zwischen drinnen und draußen, und sehr abwechslungsreich, auch wenn es manchmal ein bisschen zu Leerlauf kommt. Es ist eine tolle Chance, einen Einblick ins richtige Berufsleben zu bekommen, bevor man sich für etwas entscheidet, und ich bin sehr zufrieden mit meiner Einsatzstelle. Ich freue mich sehr, die Emscherkunst noch ein halbes Jahr zu begleiten. Langsam werden die ersten Kunstwerke umgesetzt, und es ist ein tolles Gefühl etwas, das man monatelang nur auf Papier gesehen hat, langsam Form annehmen zu sehen.

Lisa von Rössing