Urbane Kunst

Urbane Künste Ruhr

Urbaner Raum als Labor

Der Emscher Landschaftspark ist der größte Regionalpark Europas, eingebettet in einen dichten urbanen Raum aus 20 Kommunen. Als verbindendes Element der Städte übernimmt der Emscher Landschaftspark auch die Funktion der Identitätsbildung für die gesamte Region. Er füllt die Leerstelle, die durch das Verschwinden der Schwerindustrie entstanden ist – als Erholungs- und Freizeitraum. Dazu trägt von Anfang an die Kunst einen wesentlichen Anteil bei. Die Landmarken, die bereits während der Internationalen Bauausstellung IBA Emscherpark entstanden, sind sichtbarste Symbole des Strukturwandels in der Region und haben längst ihre Bedeutung als Orientierungs- und Identitäts-Zeichen bewiesen.

Die Weiterentwicklung des urbanen Raumes durch Kunst hat sich auch die Emscherkunst 2016 zur Aufgabe gemacht. Als zentrales Instrument der Nachhaltigkeitsforderung der Kulturhau674c9b4800ptstadt Europas RUHR.2010 setzt Urbane Künste Ruhr unter der künstlerischen Leitung von Katja Aßmann genau hier an. So erfolgreich das Landmarkenkonzept als erster Schritt ist, gilt es heute, die Möglichkeiten von öffentlicher Kunst neu und weiter zu denken. Kunst nicht als Dekoration, sondern als Gestaltung von Stadt. In diesem Sinne werden Künstler auch zu Urbanitätsforschern, Soziologen und Stadtplanern. Der Entstehungsprozess wird vom Atelier in den öffentlichen Raum verlagert, die gesamte Emscherregion wird zum Labor der Urbanität. Die enge Zusammenarbeit mit den Menschen und den realen urbanen Räumen schafft von Anfang an eine hohe Akzeptanz und setzt nachhaltigeEntwicklungen in Gang. Der unverstellte Blick der Künstler hilft dabei, Möglichkeiten und Defizite zu entdecken, die bisher mit dem herkömmlichen Instrumentarium der Stadtplanung vielleicht übersehen wurden.

Die drei Veranstalter Urbane Künste Ruhr, Emschergenossenschaft und Regionalverband Ruhr entwickeln mit der Emscherkunst nicht nur eine Ausstellung von weltweitem Rang, sondern auch und vor allem Kunst, die ihre soziale und urbane Verantwortung ernst nimmt. Mit der engen Verzahnung von Landschaftspark und dichten urbanen Räumen bildet die Emscherregion hierfür ein exzellentes und einzigartiges Experimentierfeld. Um die Ergebnisse der künstlerischen Prozesse auch für andere Disziplinen nutzbar zu machen, wird die Entwicklung intensiv durch von Urbane Künste Ruhr initiierte Forschungsprojekte begleitet. So entstehen ganz neue Instrumente für die Gestaltung urbaner Räume, die letztlich auch von Stadtplanung und Architektur aufgenommen und weitergeführt werden können. Was die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 unter dem Motto „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ angestoßen hat, setzt Urbane Künste Ruhr als Entwicklung urbaner Räume mit den Mitteln der Kunst im Rahmen der Emscherkunst 2016 konsequent fort.