Emscherkunst kommt nach Herne

Pressemitteilung vom 16. Februar 2016

Westliches „Tor“ zur internationalen Ausstellung entlang der Emscherufer

Die Stadt Herne wird zum westlichen „Tor“ der nächsten Emscherkunst-Ausstellung, die vom 4. Juni bis zum 18. September 2016 für 100 Tage ins östliche Ruhrgebiet kommt. Das Kunstareal zwischen Herne und Recklinghausen umfasst sowohl den Stadthafen als auch das Museum „Strom und Leben“ sowie die ehemalige Kläranlage Herne und das Herner Meer. Neue Kunstwerke von Roman Signer (Schweiz), der Künstlergruppe „Superflex“ (Dänemark) und den Künstlerinnen Stracke & Seibt (München/Köln) werden hier zu sehen sein. Eines der insgesamt vier Emscherkunst-Besucherzentren wird im Museum „Strom und Leben“ angesiedelt sein.

Im heutigen Kultur- und Bildungsausschuss der Stadt Herne stellte Dr. Simone Timmerhaus von der Emschergenossenschaft und gleichzeitig Co-Kuratorin der Emscherkunst die Highlights der kommenden Emscherkunst-Ausstellung für das Kunstareal „Stadthafen“ und damit für die Städte Herne und Recklinghausen vor. Insgesamt finden sich sieben Kunstareale auf dem 50 Kilometer langen Parcours entlang der Emscher von ihrer Quelle in Holzwickede über Dortmund, Castrop-Rauxel bis nach Recklinghausen und Herne.

Kurator Florian Matzner wählte gemeinsam mit den Co-Kuratorinnen Katja Aßmann, künstlerische Leiterin Urbane Künste Ruhr, und Dr. Simone Timmerhaus von der Emschergenossenschaft 25 aktuelle Positionen der zeitgenössischen Kunst aus:16 neue Arbeiten werden u. a. von Nevin Aladağ, atelier le balto, Massimo Bartolini, Janet Cardiff, Erik van Lieshout, Tobias Zielony etc. realisiert. Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus den zwei vorherigen Schauen wie etwa die Arbeiten von Ai Weiwei, Mark Dion, Reiner Maria Matysik oder Observatorium.

Herne bildet westlichsten Punkt der Emscherkunst

Ganz im Westen werden Herne und Recklinghausen das westliche Ende des Ausstellungsraumes mit dem Kunstareal „Stadthafen“ bilden: So können Besucher beispielsweise am Museum „Strom und Leben“ starten, denn dort wird eines der vier Besucherzentren der Emscherkunst eingerichtet werden, u. a. mit einer Radstation für Leihräder. Zwischen Museum und Stadthafen wird unmittelbar an der Emscher eine Installation des bekannten Schweizer Künstlers Roman Signer entstehen. Seine Installation wird sich mit der noch abwasserführenden Emscher und ihrer Zusammensetzung beschäftigen. Die dänische Gruppe „SUPERFLEX“ wird westlich hiervon ihre Arbeit realisieren. Die Kunstroute führt anschließend weiter zur ehemaligen Kläranlage Herne mit Silke Wagners großformatigem Mosaik „Glückauf. Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“ (Emscherkunst 2010) und von hier aus zum Herner Meer mit Bogomir Eckers dreiteiliger Skulptur „reemrenreh“ (bitte einmal rückwärts lesen!), die ebenfalls seit der Emscherkunst 2010 am Ende der Mole und mitten im Wasser stehend Wind und Wetter trotzt. Außerdem wird das Künstlerinnenduo „Stracke & Seibt“ (Köln/München) mit seinem partizipativen Projekt „WATER COLOR“ zwei Wochen lang Station auf dem Kunstareal „Stadthafen“ machen. Für die Emscherkunst haben die beiden ein mobiles Studio entworfen, das die Besucher dazu animiert, selbst künstlerisch tätig zu werden. In Form von „klassischen“ Aquarellkursen kann die umliegende Landschaft – unter Anleitung der Künstlerinnen – neu in Augenschein genommen werden.

100 Tage Kunst an den Ufern der Emscher

Leitgedanke der diesjährigen Schau ist „Entdecke die Kunst – erlebe die Veränderung.“ Kernthema neben dem Emscher-Umbau hin zu einem renaturierten Fluss-System ist die Zerstörung und Transformation der Industrielandschaft des Ruhrgebietes. Die von Kurator Florian Matzner gemeinsam mit den Co-Kuratorinnen Katja Aßmann (Urbane Künste Ruhr) und Simone Timmerhaus (Emschergenossenschaft) eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern haben sich intensiv mit den Ausstellungsräumen beschäftigt und schaffen speziell für diesen Landschaftsraum inspirierte Kunstwerke: darunter Skulpturen, Installationen, Interventionen, Performances sowie Fotografie- und Film-Arbeiten.

Hintergrund:

Seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 begleitet die internationale Ausstellung als Triennale eines der größten Renaturierungsprojekte Europas – den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Bei ihrer Erstauflage im Kulturhauptstadtjahr Europas RUHR.2010 war die Emscherkunst mit 200.000 BesucherInnen das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets. Im Jahr 2013 kamen bereits 255.000 BesucherInnen zu den temporären Werken des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, des Dänen Tue Greenfort, der Schwedin Elin Wikström oder des Belgiers Hans op de Beeck.

Als Veranstalter kooperieren abermals Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen fördert wie auch schon 2010 und 2013 die Ausstellung im öffentlichen Raum entlang der Emscher.