Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat

Hyuna Kang, Eu Sun Ko und Shinah Lee

 

Seltsam muss dieser Satz in seiner altmodisch-pathetischen Sprache den koreanischen Künstlerinnen vorkommen, der sich als Schriftzug am ehemaligen Firmensitz der Union AG für Bergbau-, Eisen-, und Stahlindustrie in Dortmund findet. Hoch über den dorischen Säulen des imposanten Baus prangt dieser Schriftzug als Motto.Der Mann zeichnet sich durch Arbeit und Tat aus und das ist lobenswert! So könnte man den Inhalt zusammenfassen. Und die Frau? Arbeitet sie nicht und ist sie nicht zur Tat fähig? Das fragen sich die Künstlerinnen und verändern in einem Akt der Emanzipation den Satz zu: »Es lobt die Frau die Arbeit und die Tat!« Und nun – dank der deutschen Sprache – kann es beides sein. Die Frau lobt – und die Frau wird gelobt. Beim Lob also ist die Frau beides: aktiv die Arbeit und die Tat (von wem auch immer) lobend und passiv Lob empfangend durch ihre eigene Arbeit und Tat. Im Union-Viertel wird das neue Motto das alte ersetzen, indem es sich auf Postkarten verbreitet und in den Köpfen hängenbleibt.