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Künstler & Projekte

Künstler: Florian Neuner

Florian Neuner setzt sich seit Jahren literarisch mit dem Ruhrgebiet auseinander – mit der gegenwärtigen Topographie, aber auch mit der Geschichte dieses exemplarischen Stadtraums der Moderne. Dabei entsteht ein Geflecht aus Texten, das strukturell dem Erscheinungsbild dieser polyzentralen „Collage City“ entspricht. Das Rückgrat des Projekts „Ruhrtext“ bilden exzessive Expeditionen durch Stadtlandschaften zwischen Kamp-Lintfort und Hagen-Eilpe, angeregt von den urbanistischen Theorien der Situationisten, die sich mit ihren Dérive- Experimenten um eine subjektive Aneignung der von Verkehrs- und Stadtplanung gezeichneten modernen Stadt bemühten. Liesl Ujvary schreibt: „In einem Gestus teilnehmender Beobachtung durchstreift Neuner die Strassenzüge, Kneipen und Bibliotheken der Region und bietet uns ein sprachlich exaktes und detailliertes Abbild der Wirklichkeit, wie sie sich ihm darbietet. Seine Schilderungen sind durchaus auch gefühlvoll und mit gesellschaftskritischen Zwischenrufen versehen, ohne je ideologisch zu erstarren.“

„Ruhrtext. Eine Revierlektüre“ erscheint 2010 im Klever Verlag, Wien. Gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Thomas Ernst hat Florian Neuner außerdem den Band „Europa erlesen: Ruhrgebiet“ vorgelegt, der mehr als 60 Texte über die Region, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, versammelt (Wieser Verlag, Klagenfurt 2009). Der 1972 im oberösterreichischen Wels geborene Autor gibt seit 2007 die Zeitschrift „Idiome. Hefte für Neue Prosa“ heraus, die nach den Möglichkeiten einer zeitgenössischen Prosa als Sprachkunst jenseits des marktgängigen Erzählens fragt, und hat zuletzt den Prosaband „Zitat Ende“ (Ritter Verlag, Klagenfurt 2007) veröffentlicht. Jüngste Auszeichnungen: Förderpreis zum Heimrad Bäcker Preis 2009, Adalbert Stifter Stipendium 2009, Alfred Döblin Stipendium 2010.


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Copyright: Jörg Gruneberg