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Künstler & Projekte

Künstler: M+M

Projekt: Schlagende Wetter

Schlagende Wetter

Filminstallation mit vier Leinwänden im Faulturm der ehemaligen Kläranlage Herne

Synchronerzählung: 4 Projektionswände, 4 Videoprojektoren, synchronisierte
Zuspieler, 16 mm auf HD, Ton
Schauspieler: Feo Aladag, Sandro Lohmann, Oliver Mallison, Lisette Hake,
Erich Sewcz

Das Künstlerduo hat sich für die Präsentation seiner Filminstallation einen
außergewöhnlichen Aufführungsort ausgesucht: Das Innere eines Faulturms ist in eine Art Kino umgebaut worden.

Vier semitransparente Leinwände bilden für den Betrachter einen quadratischen Projektionsraum, in dem und um den herum er sich frei bewegen kann. Der Betrachter wird so unvermittelt zum Flaneur, der den Film in beliebiger Reihenfolge rezipieren kann. Der auf diesen Leinwänden gezeigte Film ist zum überwiegenden Teil im Ruhrgebiet produziert worden. Er bezieht sich mit dem Titel „Schlagende Wetter“ auf einen Begriff aus der Bergmannssprache, welcher die explosive Reaktion von Luft und Grubengas bezeichnet. In der Filminstallation dient er gleichzeitig als Metapher für zwischenmenschliche Spannungen.

Im Zentrum der Handlung steht eine Familie im Ruhrgebiet, in der verschiedene
Generationen zusammenleben und unterschiedlichen zwischenmenschlichen
„Druckkräften“ ausgesetzt sind. Während sich in den Eltern soziale und emotionale Umbrüche der Gegenwart manifestieren, scheint der Großvater noch in der Vergangenheit des intakten Bergbaus zu verharren und der Sohn nach einer zukünftigen Identität zu suchen. Die Kamera bohrt sich in den Szenen senkrecht durch die Landschaft. Sie steigt von Grubenschächten und Kokereiruinen über die Räume der Wohnung hinauf in die Höhe einer Halde. Die industrielle Perforation und Umbruchsituation der Landschaft spiegelt sich so in der Psyche ihrer Bewohner, die sich wie Elemente eines hoch explosiven chemischen Gemisches verhalten.


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Foto: Roman Mensing
„Schlagende Wetter“ © M+M, 2010