Karte
layout image - not relevant
 

Künstler & Projekte

Künstler: Stephan Huber

Projekt: 3 Kasperltheaterstücke für das Ruhrgebiet

Stephan Huber hat für die Ausstellung EMSCHERKUNST.2010 drei kurze, ca. zehnminütige Kasperltheaterstücke entwickelt, die auf einer mobilen Bühne täglich an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet aufgeführt werden. Die derben, surrealen Stücke stehen eher in der Tradition des zynischen „Punch and Judy“-Theaters aus Großbritannien, als in der Überlieferung des oftmals erzieherisch anmutenden Kasperltheaters, wie es in Deutschland seit dem frühen 19. Jahrhundert aufgeführt wird.

Das Stück Kasperl wird Galerist spielt mit den platten und gängigen Klischees des internationalen Kunstmarkts, mit Geschäftemacherei der Galeristen und mit der Korruptheit der Kunstkritiker, aber eben auch mit der Kunst als Spekulationsobjekt und mit dem Künstler als malendem Affen. Aufführungsorte für dieses Stück sind die Vorplätze von Kulturinstitutionen wie Museen, Kunsthallen und Galerien kurz vor den jeweiligen Veranstaltungen oder Ausstellungseröffnungen. – Das Stück Kasperl braucht Geld ist eine Screw Ball-Kömodie, in der jeder jeden austrickst, massakriert und frisst, da es immer und ausschließlich um Geld geht: Selbst das Krokodil ist so geldgierig, dass es lieber den Geldsack verschlingt anstatt Kasperl zu fressen. Aufführungsorte dieses Stücks sind Fußgängerzonen in der Nähe von Banken und Sparkassen. – Das Stück Kasperl ist krank ist zu verstehen als eine Hommage an „Punch und Judy“, mitsamt der berühmten Wurstmaschine, durch die alles gedreht wird, was sich bewegt: Der Arzt will Kasperls Darm und natürlich auch sein Geld, der Tod will Kasperls Seele, Kasperl aber will nur gesund werden. Aufführungsorte dieses Stücks sind Wochenmärkte im nördlichen Ruhrgebiet.

Stephan Huber, der sein Projekt unter der Mitarbeit von Cornelia Ackers und Wolfgang Stehle realisiert, hat seine künstlerische Intention so beschrieben: „Mit politischer Korrektheit, sozialer Kompetenz oder gar Genderdiskurs haben die Stücke selbstverständlich nichts zu tun. Ob es Kunst ist, ob es eine Kontextverschiebung vom Low-Jahrmarktereignis ins High-Kulturhauptstadtevent ist, ob es eine populistische Strategie der Superaffirmation im öffentlichen Raum ist, mögen zulässige Fragen sein, die mich jedoch nicht interessieren. Ich liebe die Unmittelbarkeit, die Widerspenstigkeit, die volkstümliche Theatralik mit all ihrer Schadenfreude, der Missgunst, der Niedertracht und der Gemeinheit. Sie befreien zum Lachen!“

Den Spielplan finden Sie hier.

Zu Stephan Huber

« Zum Ausstellungsraum 4
« Zur Projektübersicht

Foto: Roman Mensing
Foto: Roman Mensing
Foto: Thorsten Arendt