Benjamin Bergmann

*1968 in Würzburg, lebt in München

Das Absurde, Irritationen, Fehler, Auslenkungen aus der Wirklichkeit sind Werkzeuge, mit denen Bergmann seine raumgreifenden Installationen, Skulpturen und Objekte bearbeitet.
Dabei können die Werke in ihrer sichtbaren Funktionalität und den deutlichen Gebrauchsspuren oftmals selbst als Werkzeuge erkannt werden. In Form einer physisch erfahrbaren Gegenüberstellung von Werk und Betrachter provoziert der Künstler einen Dialog. Die Arbeiten gehen Künstler und Publikum gleichsam zur Hand, aktiv zu werden, Fehler zu ermitteln und wieder neue Fehler zu begehen.

So schuf Bergmann beispielsweise für das Ausstellungsprojekt „Tatort Paderborn“ eine überdimensionale Wäschespinne, bestückt mit sorgfältig nach Farben und Formen sortierten Kleidungsstücken und platzierte diese auf den großen „Rikus Brunnen“ am Eingang der städtischen Fußgängerzone. Das Brunnenwasser wird im Inneren der Konstruktion nach oben weitergeleitet und ergießt sich in feinen Wasserfontänen über die Textilien, die damit unablässig am Trocknen gehindert werden.

Der Betrachter durchlebt mehrere Stufen der Rezeption: Ein anfänglich unaufgeregter, vertrauter Blick entwickelt sich zu einer amüsierten Überraschung und gerät oft in eine nachdenkliche Mehrdeutigkeit, bei der fast alle Gemütszustände möglich sind. Benjamin Bergmann schafft es immer wieder, den vertrauten Blick des Betrachters fast heimtückisch zu durchkreuzen und neue Dimensionen des Gewohnten zu präsentieren.

Benjamin Bergmann studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er ist in zahlreichen Sammlungen vertreten und hat eine lange Liste an Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland vorzuweisen. Darüber hinaus erhielt der Künstler mehrere renommierte Kunstpreise. So wurde er beispielsweise 2011 von einer internationalen Fachjury zum „Künstler des Jahres“ gewählt und erhielt 2012 den Preis der Stadt Nordhorn. 2015 absolvierte er ein Stipendium der Bundeskulturstiftung im Palazzo Barbarin in Venedig.