Henrik Håkansson

*1968 in Helsingborg, Schweden, lebt und arbeitet in Falkenberg (Schweden) und Berlin

Henrik Håkansson interessiert die Beobachtung von (Natur-)Kreisläufen und er setzt sich in seinen künstlerischen Arbeiten besonders mit der heutigen Wahrnehmung von Natur auseinander. Wann ist Natur noch natürlich und wann muss man von „künstlicher Natur“ sprechen? Håkanssons Werke bringen Naturebene und Technik auf der Bildebene des Films oder der Fotografie zusammen. Für das Projekt „Feldversuche“ befüllte Håkansson zum Beispiel in der Nähe eines Sees in der Landschaft eine große Stahlwanne mit Mutterboden und ließ sie Stück für Stück von Pflanzen der Uferzone erobern lassen. Wenn der Landstrich nicht unter Wasser steht, fällt das Kunstwerk kaum ins Auge. Wird der Uferbereich aber überflutet, beginnt die große Wanne aufzuschwimmen. Sie wird zu einer Art „Insel“, auf der ein Ausschnitt der lokalen Landschaft bewahrt wird.

Für Håkansson geht es bei seinen Projekten häufig darum, „die Verbindung des Menschen mit der Natur und seiner Umwelt sichtbar zu machen und den Betrachter für nicht mehr wahrgenommene Prozesse zu sensibilisieren. Die Natur ist dabei Sinnbild für das Prozesshafte. Dies ist umso wichtiger, als in Zeiten ungebremsten Wachstums und ökologischer Krisen die Ausbeutung und Zerstörung natürlicher Ressourcen fast unaufhaltsam abläuft.“ Film, Video, Fotografie, Text und Sound bilden einen Rahmen, von dem ausgehend der Künstler einen Raum des Performativen eröffnet, der den Betrachter gleichsam zum Nachdenken wie zum Handeln anregt.

Ausstellungen (Auswahl):

Venedig Biennale (2003), Sao Paulo Biennale Brasilien (2004); Le Palais de Tokyo, Paris (2006); Art Basel Miami Beach (2006), Galleria Franco Noero, Torino Italien (2010); Museo Rufino Tamayo de Arte Contemporáneo, Mexiko (2008); und Kettle’s Yard, Cambridge, England (2007).