Janet Cardiff und

George Bures Miller

*1957 in Brussels, Kanada und *1960 Vegreville, Kanada, leben in Berlin und Grindrod, Kanada

Die Installationskünstlerin und Filmemacherin Janet Cardiff und der Künstler George Bures Miller arbeiten seit den 1980er-Jahren künstlerisch zusammen, wobei beide Künstler unabhängig voneinander auch autonome Werke schaffen. International bekannt sind Cardiff und Miller vor allem für ihre Klanginstallationen, die oft unheimliche Untertöne besitzen und mit der Ambiguität von Objekten und fragmentierter Narrative spielen.

Bei der documenta (13) war das Künstlerduo gleich mit zwei Arbeiten vertreten. Darunter die multimediale Installation Alter Bahnhof Video Walk, bei der Besucher auf einen Spaziergang durch den Kasseler Kulturbahnhof eingeladen wurden. Ausgestattet mit Kopfhörern und Mediaplayern bewegten sich Besucher durch den realen Bahnhof, während auf dem tragbaren Bildschirm parallel ein interaktiver Film zu sehen war. In der Kulisse des Bahnhofs erzählte der Film eine Geschichte und erinnerte dabei an die Vergangenheit des Bahnhofs als verkehrstechnischer Knotenpunkt bei dem Abtransport von tausenden Juden in die Konzentrationslager der Nazis. Während des Spaziergangs verwoben sich die Realität auf dem belebten Bahnhof und das Geschehen im Film derart dicht ineinander, dass sich eine eigenartige Verwirrung der vergangenen und gegenwärtigen Wirklichkeiten einstellte und beide Ebenen für die Besucher kaum auseinanderzuhalten waren.

 Ausstellungen und Auszeichnungen (Auswahl):

Cardiff und Miller hatten Einzelausstellungen u. a. im Hamburger Bahnhof, Berlin (2009), im MACBA, Barcelona (2007), und im Miami Art Museum (2007). Cardiff und Miller waren Teilnehmer der Biennale of Sydney (2008) und der Biennale di Venezia (2001). 2011 erhielten sie den Käthe-Kollwitz-Preis.