Nevin Aladağ

*1972 in Van (Türkei), lebt in Berlin

Die deutsche Künstlerin Nevin Aladağ hat türkische Wurzeln und kam 1973 nach Deutschland. Sie wuchs in Stuttgart auf. 2000 schloss Aladağ ihr Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München ab. Fragen nach Herkunft und Identität sind ein zentraler Aspekt in ihren Werken. Häufig löst sie dabei Alltägliches aus seinen gewohnten Zusammenhängen und bringt es in neuen Konstellationen wieder zusammen. Dabei argumentiert die Künstlerin gerade nicht aus einer Position des Verlustes der kulturellen Identität in der Migration. Nevin Aladağs Arbeiten bestehen häufig aus skulpturalen Interventionen, medialen Darstellungen und Low-Tech-Videodokumentationen, die zum Handeln statt zum passiven Anschauen herausfordern. In der Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdwahrnehmung, Rollenzuschreibungen und Selbstentwürfen hinterfragt die Künstlerin nicht nur Klischees und vorgeprägte Erwartungshaltungen grundlegend, sondern begegnet ihnen mit einer Mischung aus Traditionsverlust, dem Bewahren kultureller Identität und selbstbewussten Gegenentwürfen der eigenen Identität. Der öffentliche Raum ihrer Arbeiten wird häufig zum Beobachtungsfeld und Handlungsort, an dem sich das Private mit dem Sozialen und Politischen überschneidet.

Ausstellungen und Auszeichnungen (Auswahl):

Einzelausstellungen u. a. in der Frankfurter Schirn Kunsthalle, der Berlinische Galerie, am Institute for Contemporary Art London sowie der Münchener Pinakothek der Moderne und Sammlung Moderne Kunst. Außerdem nahm sie an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, u. a. im Museum Fridericianum, Kassel; Centre Culturel Suisse, Paris; Martin Gropius Bau, Berlin; Museo Tamayo, Mexico City; Museum Ludwig, Köln; Kunsthaus Zürich uvm. Darüberhinaus war sie Teilnehmerin der 11. Istanbul Biennale in der Türkei und der 8. Taipei Biennale in China. Nevin Aladağ ist zudem Trägerin des George Maciunas Förderpreises 2008 sowie des GASAG Förderpreises 2007.