Stracke & Seibt


Verena Seibt und Clea Stracke, *1980 in Dachau / *1982 in Berlin, leben in Köln und München

Verena Seibt (*1980) und Clea Stracke (*1982) studierten an der Akademie der Bildenden Künste in München und arbeiten seit 2006 als Künstlerinnenduo Stracke & Seibt zusammen. 2009 erhielten sie den Diplompreis der Erwin- und Gisela von Steiner Stiftung. 2012 ein DAAD-Stipendium / Los Angeles und den Bayrischen Kunstförderpreis. 2013 das Ringerbergstipendium der Kunststiftung NRW, sowie den Medienkünstlerinnen Preis des Hartware MedienKunstVerein – HMKV Dortmund.

Die Künstlerinnen verstehen ihre künstlerische Arbeit als eine Arbeit an Orten: als eine Forschung, die an realen (städtischen, sozialen, architektonischen oder institutionellen) Räumen ansetzt und die verschütteten Wahrheiten dieser Räume zum Vorschein bringt. In ihren subtilen Manövern operieren Clea Stracke und Verena Seibt immer ganz knapp unter der Oberfläche der Wirklichkeit. Sie schaffen imaginäre Räume, indem sie tastend, staunend, sezierend in echte Räume eindringen und dabei ihre Fundstücke auf dem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität ausbalancieren.

Es ist eine archäologische Herangehensweise, die Verschüttetes zum Vorschein bringt, Orte entdeckt, und das im wörtlichen Sinn: dass die Künstlerinnen etwas fortnehmen, das diese Orte bis dahin verhüllt und verborgen hatte. So bringen sie das zur Sprache, was den Dingen sonst unbemerkt anhaftet: etwa, wenn sie die Mangelmaschinen einer ehemaligen Wäscherei durch einige knappe, präzise Veränderungen zum Erinnerungsmal der Frauenemanzipation werden lassen (Weil ich es will, 2008); oder sie die Lüftungszentrale eines alten Möbelhauses mit den Klängen eines unsichtbaren Festes bespielen, das von einem früheren, anderen Leben erzählt, das irgendwohin verschwunden ist (Factory, 2006). Dabei erkunden sie nicht nur die Bruchstellen der Wirklichkeit, sondern eben auch die Punkte, an denen eine subtile Veränderung der Welt den Blick auf diese Welt schärft.