Tobias Zielony

* 1973 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Berlin

Der Fotograf und Filmer Tobias Zielony studierte von 1998 bis 2001 Dokumentarfotografie an der University of Wales. 2001 schloss er dort sein Studium ab und wurde Meisterschüler bei Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Mit seinem Buchprojekt Behind the Block, für das er Jugendliche in vier europäischen Städten beobachtete, gewann er den Preis des Instituts für Buchkunst Leipzig in 2002. Nach einer Gastprofessur an der Folkwang Universität der Künste in Essen hat er seit 2009 die Professur für Künstlerische Fotografie an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) inne.

Tobias Zielony ist bekannt für seine fotografischen Dokumentationen jugendlicher Randgruppen. Dabei interessiert ihn vor allem die Art, wie sie sich selbst inszenieren, mit Kleidung, Gesten und Posen. Es geht ihm darum, „die beiläufige Form des Sozialen“ einzufangen. Dafür fährt er in die Vorstädte von der Öffentlichkeit eher wenig beachteten Orte: Die Banlieue von Marseille, das polnische Zgora oder die Plattenbausiedlungen von Halle-Neustadt. Er dokumentiert die Aufladung und die Belebung eines Ortes durch Menschen und die damit einhergehende Verschmelzung von Ort und Charakter. An der KHM arbeitet er darüber hinaus interdisziplinär auch in den Bereichen Film und Video und verbindet somit die unterschiedlichen Medien miteinander.

Ausstellungen und Auszeichnungen (Auswahl):

2011 erhielt Tobias Zielony den Karl-Ströher-Preis. Seine jüngsten Ausstellungen hatte er 2015 im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig, 2013 in der Berlinischen Galerie und 2011 im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt/Main.