EMSCHERKUNST.2013
EMSCHERKUNST

Kunst

Resümee zur EMSCHERKUNST.2013

Poetry Slam der RWE Stiftung am "Zauberlehrling" von Inges Idee in Oberhausen. Foto: Frank Vinken.

Die Ausstellung EMSCHERKUNST zeigt seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 alle drei Jahre spannende Kunst an spannenden Orten: verwilderte Brachen, ehemalige Industrieorte und das Niemandsland zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal werden zur Bühne für internationale und nationale Künstler.

Vom 22. Juni bis 6. Oktober 2013 fand die EMSCHERKUNST.2013 statt, der Ausstellungsraum war bei der zweiten Ausgabe der Open-Air-Ausstellung die Emscher-Insel zwischen Gelsenkirchen und Oberhausen sowie das Emscherdelta bei Dinslaken/Duisburg mit der Mündung des Flusses in den Rhein.

Die EMSCHERKUNST, nach 2010 zum zweiten Mal von Florian Matzner kuratiert, versteht sich als Zukunftswerkstatt, mit dem Ziel den Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet und die Renaturierung der Emscher bis zum Jahr 2020 zu begleiten und zu beeinflussen. Neben den Themen „Emscher-Umbau“ und „Emscher Landschaftspark“ lag 2013 ein deutlicher Schwerpunkt auf künstlerischen Fragestellungen des Klimawandels und der Ökologie. Auch partizipative Elemente spielten eine wichtige Rolle — bei Kunstwerken der Schwedin Elin Wikström oder der Slowenin Apolonija Šušteršič wurden von Anfang an Bürger in den Entstehungsprozess mit einbezogen.

"Kunst für jeden erfahrbar machen"

"Kunst für jeden erfahrbar machen" lautete der Anspruch der Ausstellung und er konnte eingelöst werden. 255.000 Besucher folgten dem Motto "umsonst und draußen" in den Landschaftsraum entlang der Emscher. Dies sind 55.000 mehr als während der Erstauflage der EMSCHERKUNST im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 und ein Anstieg von 27,5 Prozent.

Damit ist die EMSCHERKUNST inzwischen fest im Bewusstsein der Menschen des Ruhrgebiets verwurzelt. Darüber hinaus betonen Auszeichnungen wie die der UNESCO für nachhaltige kulturelle Bildung den dezidiert gesellschaftspolitischen Anspruch der EMSCHERKUNST als Zukunftswerkstatt für die Region. Besonders positiv schätzten die Besucher die identitätsstiftenden Impulse der Kunst-Triennale entlang der Emscher.

Ein umfangreiches Programm von Künstler-vor-Ort-Veranstaltungen, Lesungen, geführten Radtouren und vielem mehr begleitete die 100-tägige Ausstellung im Sommer 2013. Drei Informationszentren mit integriertem Fahrradverleih in Dinslaken, Oberhausen und Gelsenkirchen erleichtetern Besuchern den Einstieg in den Kunst-Parcours. Zusätzlich standen an allen Kunstwerken engagierte Vermittler bereit, die die Besucher fachkundig in die Kunstwerke einführten.

Publikumslieblinge und meist besuchte Werke

Am besten gefielen dem Publikum zwei Kunstwerke auf Oberhausener Stadtgebiet: Der "Zauberlehrling" - eine 35 Meter hohe und gut 10 Tonnen schwere Stahlskulptur des Berliner Künstlerkollektivs Inges Idee - und die fast 40 Meter lange hölzerne Zick-Zack-Brücke "Warten auf den Fluss" der niederländischen Gruppe Observatorium. Sie sind die am häufigsten genannten Arbeiten auf die Frage "Welche Kunstwerke haben Ihnen besonders gut gefallen?". Die meisten Besucher im Durchschnitt zählten der Wolkenpavillon "Fluss wird Wolke" von Reiner Maria Matysik (Emschermündung Dinslaken) und die Videoinstallation "Schlagende Wetter" von M+M (Schalthaus Ost im Landschaftspark Duisburg) - sicherlich auch aufgrund der günstigen Lage entlang der Fahrradroute.

Zwei Landmarken bleiben erhalten

Als Landmarken der Metropole Ruhr erhalten bleiben der tanzende Strommast "Zauberlehrling" nahe Haus Ripshorst in Oberhausen und der von der slowenischen Künstlerin Apolonija Šušteršič partizipativ gestaltete Jugendtreff "PLAY_LAND" in Oberhausen-Holten. Die Besucherbefragung zeigte auch, dass 81 Prozent der Besucher mit dem Fahrrad auf dem 47 km² großen Ausstellungsparcours entlang der Emscher unterwegs waren. 54 Prozent nutzten die Kunst- und Radkarte, um sich über die Kunstwerke und Künstler zu informieren. Das durchschnittliche Alter lag bei 52 Jahren und konnte gegenüber 2010 leicht verjüngt werden. Dazu trugen auch neue Veranstaltungsformate wie die "EMSCHERKUNST-Lounge" bei. Das mehr als 50 Einzelveranstaltungen umfassende Vermittlungsprogramm mit "Künstler vor Ort-Gesprächen" und der Reihe "Kunst & Ökologie" nahmen 7.000 Gäste wahr. Meistbesuchte Veranstaltung neben der Eröffnung mit rund 5.000 Gästen war ein Poetry-Slam am tanzenden Strommast "Zauberlehrling" in Oberhausen mit 700 Besuchern.

EMSCHERKUNST.2013 ist eine Kooperation von Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr.