Kunstvermittlung

 

Das Ausstellungsprojekt Emscherkunst 2016 setzt sich mit dem Emscher-Umbau ebenso wie mit den urbanen, landschaftlichen und industriellen Transformationen im Revier auseinander. Auf ganz unterschiedliche Weise greifen die Kunstwerke die Besonderheiten in Stadt und Natur, Gesellschaft und Geschichte des Reviers auf. Ihr Ziel ist es, ein gemeinsames Nachdenken der Menschen in der Region über die Prozesse des Wandels anzuregen. Die Kunstvermittlung setzt hier an und unterstützt die Besucher/innen bei der Auseinandersetzung mit den Kunstwerken.

Es werden verschiedene Vermittlungsformate angeboten, die das Gespräch vor Ort suchen oder eine Plattform für persönliche Kommentare bereitstellen. Es gibt Ausstellungen, Diskussionsrunden und Schulprojekte. Die Kunstvermittlung der Emscherkunst 2016 wurde von Prof. Dr. Klaus-Peter Busse (Technische Universität Dortmund) und Prof. Dr. Ansgar Schnurr (Justus-Liebig-Universität Gießen) entwickelt und besteht aus mehreren Bausteinen:

Emscherkunst_Scouts

Die Emscherkunst_Scouts vermitteln die Kunstwerke vor Ort. Sie empfangen die BesucherInnen und regen zu einer achtsamen Wahrnehmung und aktiven Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Kunstwerk an. Die BesucherInnen können darüber hinaus mit den Scouts vor Ort ins Gespräch kommen, Fragen stellen und sich über Kontexte, Besonderheiten und Fakten rund um die Kunstwerke informieren. Für Kinder werden teilweise eigenen Vermittlungsangebote bereitgehalten. Die Kunstvermittlungsansätze der Emscherkunst-Scouts wurde in zwei kunstdidaktischen Hochschulseminaren an der Technischen Universität Dortmund und an der Justus-Liebig Universität Gießen inhaltlich und konzeptionell intensiv vorbereitet.

Vermittlungscamp_Dortmunder U

Das Emscherkunst-Camp auf der Hochschuletage im Dortmunder U ist der Treffpunkt der Scouts, die in der Kunstvermittlung tätig sind, Ort der Information für alle Besucherinnen und Besucher der Emscherkunst und Lounge zum Lesen und zum Austausch. Das Camp präsentiert Informationen über die Kunstwerke der Emscherkunst und über ihre Vermittlung. Sogar spielerisch können Schulklassen und andere Besuchergruppen die Hintergründe der Emscherkunstwerke erkunden. Darüber hinaus zeigt das Camp eine Ausstellung mit historischen und aktuellen Fotos über das Emschergebiet, die das Archiv der Emschergenossenschaft zur Verfügung stellt. Die Fotoausstellung zeigt den landschaftlichen Wandel im Emscherraum. Die Besucherinnen und Besucher haben auch die Möglichkeit, in dem Fotoarchiv zu stöbern und Fotografien an die Wand zu projizieren. Im Seminarraum des Camps befindet sich eine Bibliothek mit Büchern über die Künstlerinnen, Künstler der Emscherkunst, über die Kunstgeschichte der Region und über die aktuelle Szene in Dortmund.

Emscherkunst_ Audionetz

Das Audionetz 2016 ist eine Kommunikationsplattform, auf der die ganz verschiedenen Eindrücke, Kommentare und Statements der Besucher/innen öffentlich hörbar werden. In ganz verschiedener Weise regen die Kunstwerke der Emscherkunst 2016 dazu an, über Fragen zur Zukunft der Landschaft und der Stadt im Revier und über ökologische und gesellschaftliche Themen nachzudenken. Das Audionetz greift die von den Kunstwerken angeregten Gespräche der Besucher/innen auf und veröffentlicht sie. Kinder und Erwachsene, Anwohner und Gäste erzählen hier von ihrem eigenen Blick auf die Kunstprojekte oder von Erinnerungen rund um die Emscher. Das Audionetz verfolgt das Ziel, die Vielfalt der Stimmen in der Region aufzunehmen und zu einem gemeinsamen Gespräch über Kunst, Region und Wandel zu vernetzen. Vor Ort besteht an ausgewählten Kunstwerken die Möglichkeit, mittels Smartphone oder über eine kostenfreie Telefonnummer die bisherigen Statements früherer Besucher/innen anzuhören. Zugleich kann ein eigener Kommentar aufgenommen werden, der nach wenigen Tagen öffentlich hörbar wird.

→ Zum Audionetz

Emscherkunst_Trios

Trios sind interdisziplinäre Gesprächsrunden, die die Themen der Emscherkunst aufgreifen und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven öffentlich diskutieren. Das Ausstellungsprojekt Emscherkunst 2016 spricht Themen an, die für die aktuelle Situation der Region im Wandel bedeutsam sind: Ökologie und soziale Fragen, Fragen nach wirtschaftlichen Grundlagen und Freizeitwert, Nutzung des urbanen Raums, Bildung und die Perspektiven einer von Migration geprägten Gesellschaft. Diese Themen werden in den drei Trio-Gesprächsrunden im Dortmunder „U“ von namhaften Vertreter/innen verschiedener Bereiche in gemeinsamen Gespräch diskutiert. Hierbei finden sich je zwei Wissenschaftler/innen mit einem/r Künstler/in der Emscherkunst 2016 zusammen und suchen entlang eines Oberthemas nach gemeinsamen Schnittpunkten der verschiedenen Perspektiven im Gespräch mit dem Publikum. Die Themen der drei interdisziplinären Trios sind: 1. Entstehung neuer Lebensräume; 2) Kulturelle Teilhabe; 3) Transformation der Stadt. Alle interessierten Besucher/innen und Bürger/innen sind herzlich zum Mitdiskutieren eingeladen.

→ Zu den Emscherkunst.Trio-Terminen

Emscher_Bildergeschichten

Die Emscher-Bildergeschichten sind als partizipatives Vermittlungsformat, welches die Menschen aus der Region, (so zusagen aus der Nachbarschaft der Kunstwerke) zu Wort kommen lässt angelegt. Die Menschen, die die Emscher Region gestalten und ausmachen – Menschen deren Heimat, Wohn- und Schaffensort durch die Emscher geprägt wurde und wird sollen hier eine Möglichkeit bekommen Ihren ganz persönlichen Eindruck des Wandels der Region zu vermitteln. Die Kunstwerke der Emscherkunst sind zu einem großen Teil ortspezifisch angelegt und setzten sich mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Kontexten, der Geschichte und den Wandlungsprozessen in der Region auseinander. (Siehe auch à Emscherkunst-Kontexte). Die Emscher-Bildergeschichten schauen aus einem ganz individuellen Blickwinkel auf diese Geschichte der Region. Nicht die große, kollektive Geschichte, sondern die „kleinen“ Erzählungen stehen im Fokus. Anwohner/innen, (ehemalige) Arbeiter/innen, Vereinsmitglieder… erzählen anhand ausgewählter, privater Fotografien aus Vergangenheit und Gegenwart, über ihr Leben an und mit der Emscher. In Räumlichkeiten auf dem Ausstellungsgelände der Emscherkunst 2016 wird in einer entspannten Erzählatmosphäre der eigene Blick auf die Region im Wandel präsentiert. Private Erinnerungen, Gedanken zur Vergangenheit und gegenwärtigen Situation der Region und Zukunftswünsche sollen hörbar und in den Fotografien sichtbar werden. So soll ein Austausch von spannenden, alltäglichen, vergangenen und aktuellen Emscher-Bildergeschichten entstehen. Alle interessierten Besucher/innen und Bürger/innen sind herzlich zum Geschichtenaustausch eingeladen. Wer gerne eigene Fotografien als Erzählgegenstand mitbringen möchte ist ebenfalls herzlich dazu eingeladen. In diesem Fall wird um eine kurze Anmeldung bei der Projektverantwortlichen gebeten.

Kontakt:
swantje.frank@kunst.uni-giessen.de
0641 / 99 25022

Emscherkunst_Schulwettbewerb 2016

Der Wettbewerb fördert innovative Projekte schulischer Kunstpädagogik aller Schulstufen, die sich mit der Kunst im öffentlichen Raum der Emscherregion befassen. Nach der Premiere zur Emscherkunst 2013 findet dieses Jahr zum zweiten Mal ein begleitender Schulwettbewerb statt: Kunstpädagoginnen und -pädagogen aller Schulstufen waren in den vergangenen Monaten aufgerufen, Ideen für den eigenen schulischen Kunstunterricht einzureichen. Ziel dabei ist es, junge Menschen zu ermutigen, die Kunstwerke im öffentlichen Raum im Rahmen der Emscherkunst 2016 intensiv zu erleben. Bei der Ideenfindung der Projekte waren partizipative und kritische Vorschläge willkommen, die u.a. lokale Kontexte berücksichtigen und/oder zu Selbsttätigkeit und Vielstimmigkeit anregen. Die eingereichten Projektskizzen wurden von einer Jury begutachtet. Die ausgewählten Vorhaben sollen realisiert und gewürdigt werden durch eine finanzielle Unterstützung sowie eine Ausstellungsbeteiligung mit der Präsentation von dokumentierten Projektprozessen- und Ergebnissen (ca. ab November 2016).

Emscherkunst_Kontexte

Die Kunstwerke der Emscherkunst sind zu einem großen Teil ortspezifisch angelegt und setzten sich mit Kontexten in der Region auseinander. So kommentieren oder zitieren sie ökonomische und ökologische, aber auch soziale und historische Bedingungen und Wandlungsprozesse der Region. Die Kunstvermittlung hat im Rahmen der Emscherkunst-Kontexte diese, nicht immer offensichtlichen Hintergründe, Zusammenhänge und Verweise für die jeweiligen Werke und Ausstellungsareale erarbeitet und für die Ausstellungsbesucher aufbereitet. Ziel ist es ein tieferes Verständnis der Kunstwerke, eingebunden in ihre Kontexte, um eine öffentliche Auseinandersetzung mit den künstlerisch bearbeiteten Themenkomplexen der Werke zu erreichen. Diese erarbeiteten Bezüge und Kontextzusammenhänge finden sich aufbereitet als Informationen unter anderem im Besucherfaltblatt, im Ausstellungskatalog und im Handbuch der Emscherkunst-Scouts wieder.