Glück auf! Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet

 

Silke Wagner hat sich für ihr Projekt einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht – einen Faulturm auf der ehemaligen Kläranlage Herne, nahe des Stadthafen Recklinghausens. Der Faulturm ist gereinigt, entkernt und saniert worden, so dass die merkwürdige Ei-Form des Faulturms eine eigene ästhetische Qualität entwickelt hat. Für die Außenhülle des Faulturms hat die Künstlerin ein monumentales Wandmosaik entworfen. Wie eine „Bauchbinde“ ummantelt das mehr als 600 qm große Mosaik den zylindrischen Mittelteil des Turms. Unter dem Titel Glückauf. Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet werden wichtige historische Szenen aus den vergangenen 120 Jahren gezeigt: vom ersten großen Massenstreik der Bergmänner im Jahr 1889 bis hin zur politischen Entscheidung der Einstellung der Steinkohlesubvention bis 2018. Angelehnt an die Ästhetik und Ikonografie englischer Wandmalereien möchte Silke Wagner das Mosaik als Denkmal für Geschichte des Bergbaus verstehen. Die mit den Bergarbeiterstreiks einhergehenden Solidarisierungs- und Politisierungsprozesse waren ausschlaggebend für eine sich herausbildende Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur, die für die Demokratisierung Deutschlands im frühen 20. Jahrhundert eine entscheidende Rolle gespielt hat. Das Wandmosaik stellt auch eine Würdigung dieser Prozesse und der Bergarbeiterkultur dar.

 

Besucherinformationen:

Das Kunstwerk befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage Herne.
Adresse: Vockenhof 1, Herne
ÖPNV: Ab Recklinghausen Hauptbahnhof mit dem Bus SB 20 (Richtung Herne Hbf). Aussteigen an Haltestelle: Kanalbrücke. Von hier aus ca. 3 Minuten zum Kunstwerk laufen.
GPS: 51.55832, 7.20394