Walkway and Tower

 

Für die Emscherkunst hat sich Tadashi Kawamata einen Standort in der Nähe des Wasserkreuzes von Emscher und Rhein-Herne-Kanal, des so genannten Dükers in Castrop Rauxel ausgesucht. Der Rhein-Herne-Kanal wird an dieser Stelle in der kommenden Zeit erneut verbreitert, um das Passieren mehrerer Ladefrachter zu ermöglichen. Und auch die Emscher befindet sich vor Ort im Wandel. In Zukunft soll der Abwasserfluss auch hier in ein naturnahen Fluss umgebaut werden.

Tadashi Kawamata begleitet diesen Wandel, indem er auf einer Anhöhe westlich des Wasserkreuzes einen Aussichtsturm errichtete, zu dem eine schmale Steganlage führt. Dieser Holzsteg führt den Besucher durch die Landschaft zum Turm hin: In Windungen steigt der Steg sanft an und vermittelt neue Ausblicke auf das Gelände, dessen Höhepunkt mit dem Blick von der Turmplattform erreicht wird. Der Rundturm selbst erfüllt zwar alle Anforderungen einer funktionalen Architektur, Tadashi Kawamata versteht ihn in konzeptueller Hinsicht aber als Skulptur, als ästhetisch bedingte Form. Gemeinsam mit seinen Assistenten baute Tadashi Kawamata den Turm 2010 im Rahmen der ersten Ausgabe der Emscherkunst. Er trägt ganz bewusst den Charakter des Provisorischen, des Unfertigen und des Vergänglichen.

Das grundlegende künstlerische Prinzip Kawamatas, das „Werden und Vergehen“, verbindet sich an dieser Stelle mit dem Wandel der Landschaft selbst: Einst ein natürlicher, mäandrierender Fluss, wurde die Emscher zum Abwasserkanal begradigt und degradiert. Mit dem erneuten Umbauprojekt  wird aus dem einstigen „Vergehen“ des Flusses bis zum Abschluss im Jahre 2020 wieder ein zukunftsweisendes „Werden“, denn der stinkende Kanal wird wieder in einen natürlichen Flusslauf mit lebendigen Auen verwandelt. Diese Transformation, die auch beispielhaft für den grundsätzlichen Strukturwandel im Ruhrgebiet steht, kann in den nächsten Jahren von den Besuchern, Fahrradfahrern und Spaziergängern vom Aussichtsturm Kawamatas aus beobachtet und verfolgt werden.

 

Besucherinformationen:

Adresse: Emschertalweg 62
ÖPNV: Ab Recklinghausen Hauptbahnhof mit dem Bus 233 (Richtung Henrichenburg Mitte). Aussteigen an Haltestelle: Castrop-Rauxel Wartburgstraße. Von hier aus ca. 25 Minuten zur Wiese hinter dem Emschertalweg 62 laufen, wo sich das Kunstwerk befindet.
GPS: 51.5897, 7.28605