EMSCHERKUNST.2013
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Archiv 2013

Ai Weiweis Zelte für EMSCHERKUNST.2013

Detail aus Aus der Aufklärung, 2013, 1000 Zelte, 110 x 250 x 210 cm, Foto: Ai Weiwei / EMSCHERKUNST.2013.

„EINE GELEGENHEIT, ZEIT MIT DER LUFT, DEM WIND UND DEN JAHRESZEITEN ZU VERBRINGEN."

Essen/Metropole Ruhr. ´Aus der Aufklärung´ heißt der Beitrag des chinesischen Künstlers und Architekten Ai Weiwei für EMSCHERKUNST.2013: 1.000 farbige Igluzelte für je zwei Personen laden Besucher und Anwohner während der Open-Air-Kunstausstellung entlang der Emscher zum Übernachten ein. Mit zehn unterschiedlichen Designs der Außenhülle bezieht sich Ai Weiwei auf einige seiner früheren Arbeiten. Auf bis zu zehn temporär eingerichteten Campingplätzen entlang der Emscher können die Zelte zwischen dem 22. Juni und 6. Oktober zum Einsatz kommen. Buchungen sind ab dem 10. Juni unter www.emscherkunst.de möglich.

Ai Weiwei, der seine Heimat China weiterhin nicht verlassen darf, berichtet in einem Email-Dialog mit EMSCHERKUNST-Kurator Florian Matzner über seine Idee zu den Zelten: „Ein wichtiger Bestandteil des Projekts EMSCHERKUNST ist es, der Natur zurückzugeben, was ihr einst von der Industrie genommen wurde. Das Ziel von ´Aus der Aufklärung´ ist es, den Menschen eine Gelegenheit und die Inspiration zu bieten, Zeit mit der Luft, dem Wind und den Jahreszeiten zu verbringen. Das Projekt kann eine sinnliche und einfühlsame Beziehung sowohl zur Ökologie der Umgebung wie auch zu den Benutzern haben.“

Ai Weiwei auf die Frage, welche Verbindung die Zelte zum Ruhrgebiet haben sollen: „Die Motive und Muster auf den Zelten vermitteln eine bestimmte Botschaft. Sie sollen ganz andere Empfindungen hervorrufen als die, die mit der früheren industriellen und kapitalorientierten Geschichte der Region assoziiert werden, welche sich dauerhaft auf die Ökologie im Ruhrgebiet ausgewirkt hat. Es war wichtig, dass das Projekt farbenfroh und unbeschwert sein sollte, und besonders wichtig war es, dass nichts dauerhaft zurückbleiben sollte. Es geht in diesem Projekt um Kommunikation und Interaktion, nicht um Produktion.“

Insgesamt 1.000 Zelte hat der Künstler in Peking für dieses Projekt herstellen lassen, 20 davon behält Ai Weiwei selbst. Der Titel ´Aus der Aufklärung´ bezieht sich dabei auf die historische Zeit der europäischen Aufklärung und stellt gleichzeitig einen Bezug zu der großen deutschen Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ her, die 2011 in Peking initiiert wurde. Zeitgleich wurde damals Ai Weiwei durch chinesische Behörden inhaftiert und 81 Tage festgehalten.

Dem Wunsch des Künstlers entsprechend sollen die Zelte nach Ende der Ausstellung in der Region verbleiben und, zum Beispiel im Rahmen einer Lotterie, an die Bevölkerung und Besucher übergeben werden.

Auf zehn Zeltplätzen innerhalb des 47 km² großen Ausstellungs-parcours zwischen Gelsenkirchen und Dinslaken können die Besucher ab Ausstellungsbeginn am 22. Juni campen. Die Plätze werden für die gesamte Ausstellungsdauer eingerichtet in folgenden Städten:

Dinslaken, drei Plätze vorgesehen am Besucherzentrum Hof Emschermündung; an der Konrad-Adenauer-Straße 134; an der Südstraße 221.

Oberhausen, drei Plätze vorgesehen auf dem Gelände des Stadt Sportbundes am Niederrheinstadion; an Haus Ripshorst; am  Emscherklärpark an der Sühlstraße direkt an der Stadtgrenze zu Essen.

Bottrop, ein Platz vorgesehen am BernePark in Ebel.

Gelsenkirchen, drei Plätze vorgesehen, davon zwei im Nordsternpark / nahe  Besucherzentrum; einer an der „Wilden Insel“ an den Schleusen.

Ausgestattet sind die Zeltplätze mit einfachen sanitären Anlagen. Zu buchen sind die Zelte gegen eine geringe Leihgebühr von 12 Euro je Zelt (für zwei Personen, max. 3 Personen, z. B. mit Kind) ab dem 10. Juni 2013 unter www.emscherkunst.de bzw. die dortige Verknüpfung zum Zeltprojekt.

Hintergrund zur EMSCHERKUNST-Ausstellung:

Vom 22. Juni bis 6. Oktober 2013 findet die nächste Ausstellung EMSCHERKUNST.2013 statt, der Ausstellungsraum ist die Emscher-Insel zwischen Gelsenkirchen und Oberhausen sowie das Emscherdelta bei Dinslaken/Duisburg mit der Mündung des Flusses in den Rhein. Die internationale Ausstellung EMSCHERKUNST im nördlichen Ruhrgebiet begleitet als Triennale bis 2020 eines der größten Renaturierungsprojekte Europas – den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Während der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war die EMSCHERKUNST.2010 das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum und begeisterte 200.000 nationale und internationale Besucher.

EMSCHERKUNST.2013 ist eine Kooperation von Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr.