Rätselroute zur Emscherkunst 2016

…was kann man denn da entdecken?

Zur Emscherkunst 2016 hat das Ausstellungsbüro zum ersten Mal die Gelegenheit erhalten, im Rahmen der Vorbereitungen auf die Ausstellung einen Ausbildungsplatz in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Bereich Kultur anzubieten. Seit Herbst 2015 haben wir das große Glück,  durch unsere FSJ-lerin Lisa von Rössing tatkräftig unterstützt zu werden. Neben dem Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche im Ausstellungsbüro, ist es für für unsere FSJlerin auch Teil der Ausbildung, ein eigenständiges Projekt auf die Beine zu stellen. Lisa von Rössing hat sich hierfür zum Ziel gemacht, eine interaktive Rätselroute zur Emscherkunst 2016 zu entwickeln. Einen Einblick in die Projektarbeit und die Idee zur Rätselroute gibt uns Lisa hier:

Rätselroute Emscherkunst – was kann man denn da entdecken?

„Entdecke die Kunst“ ist das Motto der Emscherkunst. Entsprechend ist auch die Inspiration hinter dem diesjährigen Corporate Design: Morsecode, der sich entdecken und decodieren lässt, ein Sinnbild für die Kunst, die ihre Bedeutung oft versteckt und verschlüsselt zeigt. Und dieselbe Idee steckt hinter der Rätselroute Emscherkunst: Rätsel – codierte Hinweise, deren Entschlüsselung mehr Informationen als nur die Lösung offenbart: denn man muss sich zur Lösung der Rätsel ausgiebig mit der Kunst befassen. Gleichzeitig geben die Rätsel weitere Hinweise zu den Kunstwerken.

Das Projekt ‚Rätselroute Emscherkunst‘ ist im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur entstanden. Ein Teil des FSJ’s ist ein sogenanntes ‚eigenverantwortliches Projekt‘, dessen Thema man sich innerhalb seiner Einsatzstelle frei aussuchen kann. Die Inspiration zu dem Projekt kam von bekannten Interneträtseln wie Notpr0n. Seiten wie diese fordern dazu auf, sich intensiv mit den gegebenen Hinweisen – meist ein Bild und dem Sourcecode der Website – und sowohl allgemeinem als auch obskurem Wissen auseinanderzusetzen, um zu einem der wenigen zu zählen, die alle Rätsel der Seite geschafft haben. Für viele erscheinen die Rätsel als unlösbar, die meisten versuchen es gar nicht erst.

Ähnlich scheint es manchen mit der Kunst zu gehen. Kunstwerke, die nicht klar ästhetisch ansprechend sind, und/oder deren Bedeutung und Aussage nicht offensichtlich und allgemein verständlich sind, werden ignoriert oder sogar denunziert. Es wird oft nicht versucht, sie zu verstehen und ihre Bedeutung zu entschlüsseln, wenn sie nicht einfach zugänglich ist. Dies liegt auch an der Kunst, die oft den Anspruch hat, nicht offensichtlich zu sein und den Betrachter zum Nachdenken zu bringen.

Hier liegt die Verbindung beider Elemente, die mich zu der Projektidee inspiriert hat. Rätsel haben in sich den einzigen Anspruch, Informationen zu verschlüsseln, aber genug Hinweise zu geben, dass die Lösung decodiert werden kann – anders als bei der Kunst, deren ‚Lösung‘, also Bedeutung, oft mannigfaltig und von der Person abhängig ist. Gleichzeitig gibt dies der Kunst die Möglichkeit, viel mehr auf ihre Betrachter einzugehen und ihnen eine individuelle Deutung ihres Inhaltes zu bieten, den ein jeder für sich lernen und interpretieren kann.

Ich habe versucht, mit den Rätseln Parallelen zu ziehen, auf die die Künstler hinweisen möchten, die aber vielleicht eher bekannt sind, wenn man sich ein Jahr mit den Kunstwerken beschäftigt hat, und nicht, wenn man sie einen Nachmittag besucht. Beispiele dafür sind die Rätsel zu den Kunstwerken von atelier le balto, raumlabor und Nevin Aladag. An anderen Punkten habe ich versucht, auf Dinge hinzuweisen, die dem Betrachter vielleicht nicht bewusst sind, zum Beispiel bei den Rätseln zu den Kunstwerken von Roman Signer, Studio Orta und Ai Weiwei.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Rätseln und Entschlüsseln!

Lisa von Rössing

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