Schulwettbewerb Emscherkunst 2016 – sechs kunstpädagogische Schulprojekte ausgewählt

Pressemitteilung vom 26. April 2016

Förderung von außergewöhnlichen Ideen für den Kunstunterricht mit je 500€

 

Essen, 26. April 2016. Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler der Emscher-Lippe-Region bzw. aus NRW beteiligten sich mit ihren Kunstpädagoginnen und -pädagogen an der Ausschreibung zum „Schulwettbewerb Emscherkunst“. Sechs kunstpädagogische Konzepte wurden jetzt von der Jury ausgewählt. Die Schulen erhalten für ihre Umsetzung finanzielle und fachliche Unterstützung. Im Herbst 2016 zeigt eine gemeinsame Ausstellung die dann realisierten Projekte.

 

Zum zweiten Mal nach der Premiere zur Emscherkunst 2013 fand der vom Ausstellungsbüro Emscherkunst lancierte Schulwettbewerb statt: Kunstpädagoginnen und -pädagogen aller Schulstufen waren in den vergangenen Monaten aufgerufen, Ideen für den eigenen schulischen Kunstunterricht einzureichen. Ziel dabei ist es, junge Menschen zu ermutigen, die Kunstwerke im öffentlichen Raum im Rahmen der Emscherkunst 2016 intensiv zu erleben. Bei der Ideenfindung der Projekte waren partizipative und kritische Vorschläge willkommen, die u.a. lokale Kontexte berücksichtigen und/oder zu Selbsttätigkeit und Vielstimmigkeit anregen.

 

Die Jury setzte sich aus Vertretern von Emschergenossenschaft und der TU Dortmund zusammen. Ergänzt wurde die Jury durch Jörg Grütjen, der gleichzeitig Mitglied des Fachverbandes für Kunstpädagogik (BDK) ist.

 

Die sechs von der Jury nun ausgewählten Schulen kommen bunt gemischt aus der Emscher-Lippe-Region. Die Realisierung ihrer Projekte wird finanziell mit je 500 Euro unterstützt. Eine gemeinsame Ausstellung der von den Schülerinnen und Schülern der Region umgesetzten Kunstwerke und Arbeiten ist für Oktober 2016 im Museum Strom und Leben in Recklinghausen geplant.

 

Duisburg, Gesamtschule Duisburg-Meiderich: Die Schülergruppe analysiert die Filminstallation „Schlagende Wetter“ des Münchner Künstlerduos M+M. Dabei erforscht der Grundkurs Kunst (Oberstufe) die Umgebung der Schule und erstellt Fotocollagen.

 

Duisburg, Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium: Das Werk Warten auf den Fluss“ der Gruppe Observatorium, eine begeh- und bewohnbare Zickzackbrücke aus Holz, steht hier im Fokus. Neben dem Besuch des Kunstwerkes im Ausstellungsbereich am Wasserkreuz Castrop-Rauxel setzen die Schüler sich mit Wartesituationen auseinander; dabei denken sie über konkrete Verbesserungen der Pausensituation an der eigenen Schule nach (Jahrgang 10 und Schülerkulturgruppe).

 

Essen, Parkschule: Der zu Ausstellungsbeginn in Dortmund am Phoenix-See aufgebaute, original italienische Kiosk („Chiosco“) des Künstlers Benjamin Bergmann und verschiedene andere Trinkhallen im Ruhrgebiet werden fotografiert und gemalt (9. Klasse).

 

Herne, Realschule Crange: Die Schülerinnen und Schüler gestalten Linolschnittdrucke zur Emscherkunst. Diese sollen an drei Projekttagen gemeinsam mit Emscherkunst-Besuchern erstellt und anschließend verteilt werden (8. Klassen).

 

Recklinghausen, Otto-Burmeister Realschule: In Auseinandersetzung mit der Skulptur „reemrenrehvon Bogomir Ecker und den für die Emscherkunst 2016 realisierten Skulpturen von Lucy + Jorge Orta, „Spirits oft he Emscher Valley“, werden aus Frischhaltefolie und Klebeband menschen- bzw. elfenähnliche Körper gebaut (9. Klasse).

 

Datteln, Comenius-Gymnasium: Angelehnt an die Arbeit des Schweizer Konzeptkünstlers Roman Signer, dessen Intervention im Kunstareal Stadthafen (Recklinghausen/Herne) stehen wird, werden die Schüler mit verschiedenen Möglichkeiten Wasser aus dem Kanal in die Emscher bringen (6. Klasse).

 

 

Hintergrund:

Seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 begleitet die internationale Ausstellung als Triennale eines der größten Renaturierungsprojekte Europas – den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Bei ihrer Erstauflage im Kulturhauptstadtjahr Europas RUHR.2010 war die Emscherkunst mit 200.000 Besuchern das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets. Im Jahr 2013 kamen bereits 255.000 Besucher zu den temporären Werken des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, des Dänen Tue Greenfort, der Schwedin Elin Wikström oder des Belgiers Hans op de Beeck.

 

Als Veranstalter kooperieren auch 2016 abermals Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen fördert wie auch schon 2010 und 2013 die Ausstellung im öffentlichen Raum entlang der Emscher.