„Wellenbrecher“ ist aufgestellt

 

Die Arbeit Wellenbrecher der Künstlerin Nevin Aladağ wurde bereits vor Beginn der Emscherkunst am 4. Juni 2016 in Dortmund-Mengede aufgestellt, um die Brutzeit der vor Ort heimischen Vögel nicht zu beeinträchtigen. Im künftigen Kunstareal „Hochwasserrückhaltebecken“ wurde die skulpturale Intervention aus 60 Tetrapoden (Wellenbrechern) entlang der Betriebswege der Emschergenossenschaft durch die Künstlerin selbst verortet. Mithilfe eines Krans wurden die je 2,20 x 2,20 Meter großen und 6 Tonnen schweren Tetrapoden aus Stahlbeton nach Anweisung der Künstlerin platziert.

Die Künstlerin (ganz rechts im Bild) bei der Verortung der Betonblocksteine. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Die Künstlerin (ganz rechts im Bild) bei der Verortung der Betonblocksteine. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Nevin Aladağ zeichnet mit ihrer raumgreifenden Installation Wellenbrecher den metaphorischen Abdruck der Arche Noah im Gelände des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) nach. metaphorisch den Abdruck der Arche Noah nach. Der Legende nach strandete das Schiff nach der biblischen Sintflut in der Türkei auf dem Berg Ararat und seine vermeintlichen archäologischen Spuren wurden dort in den 1960er-Jahren von einem armenischen Piloten entdeckt. Die großformatigen Betonblocksteine finden üblicherweise im Küstenschutz oder bei der Sicherung von Ufern ihren Einsatz. Damit bezieht sich Aladağ konkret auf den Ort und seine Schutzfunktion – so bietet das HRB im Falle eines Starkregenereignisses den unterhalb liegenden Städten wie Castrop-Rauxel Schutz vor Überschwemmung. Zugleich verweisen die „Wellenbrecher“ auf die alttestamentarische Arche Noah – Sinnbild der Hoffnung auf einen Neubeginn nach der Katastrophe.

 

Die Künstlerin Nevin Aladağ vor einem der Wellenbrecher.

Die Künstlerin Nevin Aladağ vor einem der Wellenbrecher. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Wellenbrecher wurde bereits jetzt – zweieinhalb Monate vor Beginn Emscherkunst 2016 am 4. Juni 2016 – aufgestellt, um die im Frühjahr beginnende Brutzeit der dort heimischen Vogelwelt nicht zu stören. Das von der Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus errichtete Hochwasserrückhaltebecken hat sich seit seiner ersten Fertigstellung Mitte 2013 nicht nur zu einem gut besuchten Naherholungsgebiet für die direkten Anwohner in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern entwickelt, sondern vor allem zu einem bemerkenswerten Biotop für Kiebitze, Flussregenpfeiffer und weitere Tierarten. Die Konzeption und Errichtung des temporären Kunstwerkes, welches während der Ausstellungsdauer für 100 Tage im Sommer zu erleben sein wird und abschließend wieder abgebaut wird, ist daher eng mit dem Umweltamt Dortmund und dem NABU Dortmund abgestimmt. Von Seiten der Emschergenossenschaft wird zudem eine ökologische Baubegleitung durchgeführt, die während der Ausstellungszeit entscheidet, ob und wie das Publikum z. B. im Rahmen von Führungen durch die 130 x 22 Meter messende skulpturale Intervention geleitet werden kann.

 

Mithilfe eines Krans wurden insgesamt 60 Tetrapoden (Wellenbrecher) entlang des Betriebsweges der Emschergenossenschaft im Hochwasserrückhaltebecken platziert. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Mithilfe eines Krans wurden insgesamt 60 Tetrapoden (Wellenbrecher) entlang des Betriebsweges der Emschergenossenschaft im Hochwasserrückhaltebecken platziert. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Der beste Blick auf „Wellenbrecher“ bietet sich den Besuchern vom Turm des Drosselbauwerkes am Hochwasserrückhaltebecken. Dieser wird während der Öffnungszeiten der Emscherkunst ab 4. Juni 2016 eine eindrucksvolle Aussicht auf diesen neuentstandenen Landschaftsraum und „Wellenbrecher“ möglich machen.