„Wellenbrecher“ ist aufgestellt

Pressemitteilung vom 15. März 2016.

Raumgreifende Installation der Künstlerin Nevin Aladağ im Hochwasserrückhaltebecken Dortmund

Die Arbeit „Wellenbrecher“ der Künstlerin Nevin Aladağ wurde gestern in Dortmund-Mengede aufgestellt. Im künftigen Ausstellungsbereich „Hochwasserrückhaltebecken“ der Emscherkunst 2016 wurde die skulpturale Intervention aus 60 Tetrapoden (Wellenbrechern) entlang der Betriebswege der Emschergenossenschaft durch die Künstlerin selbst verortet. Mithilfe eines Krans wurden die je 2,20 x 2,20 Meter großen und 6 Tonnen schweren Tetrapoden aus Stahlbeton nach Anweisung der Künstlerin platziert.

Die Künstlerin (ganz rechts im Bild) bei der Verortung der Betonblocksteine. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Die Künstlerin (ganz rechts im Bild) bei der Verortung der Betonblocksteine. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Nevin Aladağ zeichnet mit ihrer raumgreifenden Installation „Wellenbrecher“ den metaphorischen Abdruck der Arche Noah im Gelände des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) nach. Dabei orientiert sie sich an dem vermeintlichen Abdruck der Arche, welcher Anfang der 1960er Jahre bei der Überfliegung des Berges Ararat in der östlichen Türkei entdeckt wurde. Die großformatigen Betonblocksteine finden üblicherweise im Küstenschutz oder bei der Sicherung von Ufern ihren Einsatz. Damit bezieht sich Aladağ konkret auf den Ort und seine Schutzfunktion – so bietet das HRB im Falle eines Starkregenereignisses den unterhalb liegenden Städten wie Castrop-Rauxel Schutz vor Überschwemmung. Zugleich verweisen die „Wellenbrecher“ auf die alttestamentarische Arche Noah – Sinnbild der Hoffnung auf einen Neubeginn nach der Katastrophe.

 

Die Künstlerin Nevin Aladağ vor einem der Wellenbrecher.

Die Künstlerin Nevin Aladağ vor einem der Wellenbrecher. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

„Wellenbrecher“ wurde bereits jetzt – zweieinhalb Monate vor Beginn der internationalen Ausstellung Emscherkunst 2016 am 4. Juni 2016 – aufgestellt, um die im Frühjahr beginnende Brutzeit der dort heimischen Vogelwelt nicht zu stören. Das von der Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus errichtete Hochwasserrückhaltebecken hat sich seit seiner ersten Fertigstellung Mitte 2013 nicht nur zu einem gut besuchten Naherholungsgebiet für die direkten Anwohner in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern entwickelt, sondern vor allem zu einem bemerkenswerten Biotop für Kiebitze, Flussregenpfeiffer und weitere Tierarten. Die Konzeption und Errichtung des temporären Kunstwerkes, welches während der Ausstellungsdauer für 100 Tage im Sommer zu erleben sein wird und abschließend wieder abgebaut wird, ist daher eng mit dem Umweltamt Dortmund und dem NABU Dortmund abgestimmt. Von Seiten der Emschergenossenschaft wird zudem eine ökologische Baubegleitung durchgeführt, die während der Ausstellungszeit entscheidet, ob und wie das Publikum z. B. im Rahmen von Führungen durch die 130 x 22 Meter messende skulpturale Intervention geleitet werden kann.

Der beste Blick auf „Wellenbrecher“ bietet sich den Besuchern vom Turm des Drosselbauwerkes am Hochwasserrückhaltebecken. Dieser wird während der Öffnungszeiten der Emscherkunst ab 4. Juni 2016 eine eindrucksvolle Aussicht auf diesen neuentstandenen Landschaftsraum und „Wellenbrecher“ möglich machen.

Mithilfe eines Krans wurden insgesamt 60 Tetrapoden (Wellenbrecher) entlang des Betriebsweges der Emschergenossenschaft im Hochwasserrückhaltebecken platziert. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Mithilfe eines Krans wurden insgesamt 60 Tetrapoden (Wellenbrecher) entlang des Betriebsweges der Emschergenossenschaft im Hochwasserrückhaltebecken platziert. (c) Roman Mensing/Emscherkunst

Die Künstlerin Nevin Aladağ ist in Süddeutschland aufgewachsen, lebt heute in Berlin und hat türkische Wurzeln.

Hintergrund:
Seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 begleitet die internationale Ausstellung als Triennale eines der größten Renaturierungsprojekte Europas – den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Bei ihrer Erstauflage im Kulturhauptstadtjahr Europas RUHR.2010 war die Emscherkunst mit 200.000 Besuchern das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets. Im Jahr 2013 kamen bereits 255.000 Besucher zu den temporären Werken des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, des Dänen Tue Greenfort, der Schwedin Elin Wikström oder des Belgiers Hans op de Beeck.

Als Veranstalter kooperieren auch 2016 abermals Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen fördert wie auch schon 2010 und 2013 die Ausstellung im öffentlichen Raum entlang der Emscher.