Emscherkunst wird zum Emscherkunstweg

Das internationale Ausstellungsprojekt Emscherkunst, das im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010 ins Leben gerufen wurde und den Umbau der Emscher bis 2016 begleitete, wird ab 2019 zum Emscherkunstweg weiterentwickelt. Das haben die Projektpartner Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr am heutigen Donnerstag im Beisein von Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, im Rahmen einer Pressekonferenz verkündet. Ursprünglich als Triennale angelegt, mit jeweils anderen Themenschwerpunkten und in verschiedenen Bereichen der Emscher-Region durchgeführt, wird die temporär angelegte Emscherkunst künftig als permanenter Skulpturenweg verstetigt.

Konzipiert wird das neue Ausstellungsformat von Britta Peters, der Künstlerischen Leiterin von Urbane Künste Ruhr, die zuvor unter anderem 2017 die Skulptur Projekte Münster mitkuratierte. Geplant ist die Realisierung eines Kunstwegs entlang der Emscher, der sich aus bereits bestehenden Arbeiten – beispielsweise dem „Zauberlehrling“ der Künstlergruppe Inges Idee oder dem „Walkway and Tower“ des Künstlers Tadashi Kawamata – und neuen Werken zusammensetzt. Derzeit ist Peters mit dem Künstler Julius von Bismarck und der Künstlerin Nicole Wermers über Neuproduktionen im Gespräch.

In den nächsten Jahren sollen fünf bis sieben neue Arbeiten für den Emscherkunstweg entstehen, mit dem Ziel, in der Em-cher-Region eine Sammlung herausragender künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum aufzubauen. Die Kunst kann dabei den Strukturwandel des Ruhrgebiets und die damit einhergehenden gesellschaftlichen sowie ökologischen Entwicklungen reflektieren und lädt dazu ein, die Landschaften und Städte der Emscher-Region zu erkunden. „Der Emscherkunstweg entsteht analog zum fortgeschrittenen Emscher-Umbau. Die Kunst trägt dazu bei, die Gebiete entlang des Flusses für Anwohner und Besucher zu öffnen. Die vorhandenen und neuen künstlerischen Positionen fügen dem Erfahrungsraum entlang der Emscher eine weitere wichtige Ebene hinzu: Je nach Wetter, Stimmung und persönlichem Bezug werden sie unter veränderten Vorzeichen wahrgenommen. Sie werden erlebt“, so Peters.

Schirmherrschaft
Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. „Mit dem Emscherkunstweg haben die drei Kooperationspartner ein beeindruckendes Projekt auf die Beine gestellt, das die Zukunft des Emschertals im wahrsten Sinne des Wortes mitgestaltet. Herausragende Kunstprojekte der vergangenen Jahre werden in eine neue Präsentation eingebunden, bewahrt und bleiben öffentlich zugänglich. Damit ist der Emscherkunstweg Teil des Strukturwandels im Ruhrgebiet und weist gleichzeitig über ihn hinaus. Das regionenübergreifende Format hat das Potential, zum Vorbildprojekt zu werden“, sagt Ministerin Pfeiffer-Poensgen.

„Unser Emscher-Umbau ist das symbolträchtigste Projekt im Rahmen des Strukturwandels. Die gesamte Region verändert ihr Gesicht, wird vom Meideraum zum neuen Naherholungsgebiet. Die Emscherkunst begleitet diesen Prozess. Mit dem Emscherkunstweg rücken wir nun die neue grün-blaue Infrastruktur in den Fokus, die es zu erleben und zu erfahren gilt – am besten mit dem Fahrrad auf dem von Kunstwerken gesäumten Emscher-Weg“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Auch der Regionalverband Ruhr unterstützt ausdrücklich die Weiterentwicklung der Emscherkunst zum Emscherkunstweg. Das Votum des Kultur- und Sportausschusses zur erforderlichen Konkretisierung der Nachhaltigkeitsvereinbarung zwischen dem Ministerium für Kultur und Wissen-schaft und dem RVR war einstimmig und ein klares Signal im Sinne der Nachhaltigkeit von RUHR.2010.

„Die bereits entstandenen dauerhaften Arbeiten der Emscherkunst längs des Flusses von Dortmund bis Dinslaken sind schon heute eigenständige Landmarken zum Erbe der Kulturhauptstadt. Die Besucherinnen und Besucher können diese in Zukunft auf ihren Touren zu Fuß oder mit dem Rad ganzjährig entdecken und dabei beobachten, wie der Wechsel der Jahreszeiten auf die Kunstwerke wirkt“, sagt Monika Simshäuser, Vorsitzende des Kultur- und Sportausschusses beim Regionalverband Ruhr (RVR).

Programm und Veranstaltungen
Im Rahmen der Konzeption des Emscherkunstwegs werden die Kooperationspartner ein vielseitiges Vermittlungsprogramm anbieten. Bereits für den Sommer 2019 ist ein international besetztes Symposium geplant, das einen interdisziplinären Blick auf den geplanten Skulpturenweg wirft und sich unter anderem der Frage widmet, welche Rolle Kunst für den Prozess des Emscher-Umbaus spielt.

Hintergrund
Seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 begleitete die internationale Ausstellung Emscherkunst als Triennale eines der größten Renaturierungsprojekte Europas: den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Bei ihrer Erstauflage im Kulturhauptstadtjahr Europas RUHR.2010 war die Emscherkunst mit 200.000 BesucherInnen das größte Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets. Im Jahr 2013 kamen bereits 255.000 BesucherInnen zu den temporären Werken des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, des Dänen Tue Greenfort, der Schwedin Elin Wikström oder des Belgiers Hans op de Beeck.

2013 wurde die Emscherkunst von den Vereinten Nationen für ihr Engagement bei der Vermittlung des Nachhaltigkeitsgedankens ausgezeichnet und gemeinsam mit dem Generationenprojekt des Emscher-Umbaus als „Beitrag zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgewählt.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasser entsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden.

eglv.de

Urbane Künste Ruhr
Urbane Künste Ruhr ist eine vielgestaltige, dezentrale Institution für Gegenwartskunst im Ruhrgebiet. Sie initiiert Projekte im öffentlichen Raum, Ausstellungen, Residenz-Programme und Veranstaltungen, oft in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Kooperationspartnern. Seit 2018 ist Britta Peters Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr.

Neben Ruhrtriennale, Tanzlandschaft Ruhr und Chorwerk Ruhr ist Urbane Künste Ruhr ein Teil der Kultur Ruhr GmbH mit Sitz in Bochum, deren Gesellschafter und öffentliche Förderer das Land Nordrhein-Westfalen und der Regionalverband Ruhr sind.

urbanekuensteruhr.de

Regionalverband Ruhr
Der Regionalverband Ruhr (RVR) mit Sitz in Essen ist der Zusammenschluss der 11 kreisfreien Städte und vier Kreise in der Metropole Ruhr mit rund 5,1 Millionen Einwohnern. Der RVR ist als Regionalplanungsbehörde für die Regionalplanung in der Metropole Ruhr zuständig. Die Verbandsversammlung entscheidet als Regionalrat über die Änderungen und Neuaufstellung des Regionalplans im Verbandsgebiet. Der RVR ist Träger bedeutender Infrastrukturprojekte wie der Route der Industriekultur, dem Emscher Landschaftspark und der regionale Partner des Landes NRW für die Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Kulturhauptstadt RUHR.2010. Zu seinen gesetzlichen Aufgaben gehören auch die regionale Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie die Öffentlichkeitsarbeit für die Metropole Ruhr.

Foto (v.l.n.r.): Dr. Vera Battis-Reese (Geschäftsführerin, Kultur Ruhr GmbH), Britta Peters (Künstlerische Leiterin, Urbane Künste Ruhr), Bernd Tischler (Oberbürgermeister der Stadt Bottrop), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft) und Monika Simshäuser (Vorsitzende des Kultur- und Sportausschusses, Regionalverband Ruhr) im Gespräch mit Moderatorin Silke Wilts (Abteilungsleiterin Infrastruktur u. Veranstaltungen, Emschergenossenschaft; erste von links).

Foto (v.l.n.r.): Dr. Vera Battis-Reese (Geschäftsführerin, Kultur Ruhr GmbH), Britta Peters (Künstlerische Leiterin, Urbane Künste Ruhr), Bernd Tischler (Oberbürgermeister der Stadt Bottrop), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft) und Monika Simshäuser (Vorsitzende des Kultur- und Sportausschusses, Regionalverband Ruhr) im Gespräch mit Moderatorin Silke Wilts (Abteilungsleiterin Infrastruktur u. Veranstaltungen, Emschergenossenschaft; erste von links).

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